USA Bundesstaat Washington schafft Todesstrafe ab

Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Washington hat die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt. Zur Begründung hieß es, sie werde willkürlich und aufgrund rassistischer Vorurteile verhängt.

Hinrichtungsraum in Washington (2008)
AP

Hinrichtungsraum in Washington (2008)


In Washington werden künftig keine Todesstrafen mehr verhängt. Das erklärte das Oberste Gericht des US-Bundesstaates in einer Mitteilung. Die Richter stuften die Strafe als verfassungswidrig ein und begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Strafe willkürlich und aufgrund rassistischer Vorurteile verhängt werde.

Todesurteile sollen nun in lebenslängliche Freiheitsstrafen umgewandelt werden. Nach Angaben des Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) betrifft dies acht Verurteilte. Die letzte Hinrichtung in dem Bundesstaat war 2010 vollstreckt worden.

Washington ist der 20. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abgeschafft hat. Allerdings hatte das Oberste Gericht in Washington die Todesstrafe bereits in den Jahren 1972, 1979 und 1981 als verfassungswidrig eingestuft. Im Anschluss wurden jeweils neue Gesetze erlassen.

Hinrichtungen seit 1976

Nach DPIC-Angaben ist die Zahl der Hinrichtungen in den USA seit einem Höchststand von 98 im Jahr 1999 auf 23 im vergangenen Jahr gefallen. Mehrere Bundesstaaten schafften die Todesstrafe in den vergangenen Jahren ab oder setzten deren Vollstreckung aus. In den USA entscheiden die einzelnen Bundesstaaten über die Anwendung der Todesstrafe. Sie kann zudem für gewisse Verbrechen vom Bund verhängt werden.

Washingtons Gouverneur Jay Inslee begrüßte das aktuelle Urteil als wichtigen Schritt hin zu einer "fairen Rechtsprechung". Der demokratische Politiker hatte 2014 ein Moratorium für die Vollstreckung von Todesurteilen verhängt.

aar/dpa/AFP



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