Gefangene Kinder in Kalifornien Eltern aus Horrorhaus bekennen sich schuldig

Sie hatten ihre 13 Kinder jahrelang eingesperrt, misshandelt und auch gefoltert. Nun hat das Ehepaar aus dem kalifornischen Perris ein Schuldbekenntnis abgegeben. Erklärt haben sie ihr Verhalten nicht.

David Turpin (2.v.r.) und seine Frau Louise (l.)
AP

David Turpin (2.v.r.) und seine Frau Louise (l.)


Das kalifornische Elternpaar, das seine 13 Kinder jahrelang unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten hatte, hat sich schuldig bekannt. Wie die Staatsanwaltschaft im Verwaltungsbezirk Riverside am Freitag mitteilte, legten der 56-jährige David Allen Turpin und seine 50-jährige Frau Louise Anna Turpin ein formelles Schuldbekenntnis ab. Konkret gestanden sie unter anderem, zwölf ihrer Kinder gefoltert zu haben.

Die Polizei hatte das Martyrium der 13 Geschwister im Januar 2018 beendet, nachdem eine damals 17-jährige Tochter sich selbst befreit und den Notruf gewählt hatte. Manche Geschwister im Alter zwischen seinerzeit zwei und 29 Jahren waren mit Vorhängeschlössern an ihre Betten gekettet. Sie waren stark unterernährt, weshalb die Polizei sie zunächst allesamt für minderjährig hielt. Später stellte sich heraus, dass sieben von ihnen bereits erwachsen waren.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Kinder in dem Horrorhaus - so die Bezeichnung in US-Medien - über einen langen Zeitraum hinweg misshandelt. Ihnen sei nicht erlaubt worden, öfter als ein einziges Mal im Jahr zu duschen. Arztbesuche seien ihnen verboten gewesen. Oft hätten sie nicht einmal auf die Toilette gehen können, weil die Eltern ihnen die Fesseln nicht hätten abnehmen wollen.

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Kalifornien: Polizei befreit halbverhungerte, ans Bett gekettete Kinder

Die Eltern seien auf Nachfrage "nicht in der Lage gewesen, einen logischen Grund dafür anzugeben, dass ihre Kinder in dieser Weise festgehalten wurden", zitierte die "Los Angeles Times" einen Polizeisprecher nach ihrer Festnahme. Das Paar soll mit geschätzt 500.000 Dollar verschuldet gewesen sein und schon im Jahr 2011 Insolvenz angemeldet haben.

Der Vater soll laut einem Bericht des Lokalsenders KTLA unter der Wohnadresse der Familie eine Privatschule angemeldet haben. Er selbst ließ sich als Direktor der "Sandcastle Day School" eintragen. Demnach eröffnete die Schule im März 2011, verzeichnete aber lediglich sechs Schüler, wie aus Behördenunterlagen hervorgeht.

REUTERS/ Riverside County Sheriffs Department

Nachbarn berichteten US-Medien, sie hätten gar nicht gewusst, dass in dem Haus Kinder lebten. Andere sagten, die Geschwister hätten wie Vampire ausgesehen, so blass seien sie gewesen.

lie/AFP



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