Todesstrafe in den USA Florida richtet dreifachen Frauenmörder hin

Oscar B., 53, saß fast 30 Jahre in der Todeszelle, jetzt starb er in einem US-Gefängnis nach einer Giftinjektion. Er beteuerte bis zuletzt, er sei unschuldig.


Die Behörden in den USA haben erneut die Todesstrafe vollstreckt. In einem Gefängnis in Starke im US-Bundesstaat Florida wurde der dreifache Frauenmörder Oscar B. mit einer Giftspritze hingerichtet. Der 53-Jährige beteuerte bis zuletzt, er sei unschuldig. Der Termin verzögerte sich um wenige Stunden, bis klar war, dass der Oberste Gerichtshof die letzte Beschwerde des Beschuldigten ohne Begründung abgelehnt hatte.

Zum Tode verurteilt war B. für zwei Morde aus dem Jahr 1986. B. soll damals ein 17-jähriges Mädchen und eine 26-jährige Frau erstochen haben. Später sahen es Gerichte als erwiesen an, dass er für einen weiteren Mord verantwortlich gewesen sei. Der frühere Schausteller saß 28 Jahre im Gefängnis.

In einem Interview kurz vor seinem Tod sagte B. dem TV-Sender Fox: "Mein Gewissen ist rein." Er habe die drei Opfer weder gekannt noch jemals getroffen. "Ich bin mit mir selbst im Reinen." Zugleich sei der Tod nach der langen Gefängniszeit für ihn eine Erlösung. "Meine Bestrafung ist vorbei. Sie können mir nicht mehr wehtun."

B. rang nach der Injektion zwölf Minuten mit dem Tod. Ein letztes Wort lehnte er ab. Die Familien von zwei Opfern waren während der Exekution anwesend. Die Mutter einer getöteten Frau sagte: "Er stirbt für alle unsere Mädchen." Die Todesurteile gegen B. waren wegen Rechtsfehlern zweimal aufgehoben worden. In neuen Verfahren wurde der Mann aber erneut schuldig gesprochen.

sms/AP

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