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USA: Inhaftierte Schwestern kommen durch Nierenspende frei

Per Organspende in die Freiheit: Die Schwestern Gladys und Jamie Scott sind seit 16 Jahren im US-Bundesstaat Mississippi im Gefängnis. Nun wird die Haftstrafe aufgehoben - allerdings nur, wenn Gladys ihrer schwer erkrankten Schwester eine Niere spendet.

Washington - Ein zu lebenslangen Haftstrafen verurteiltes Geschwisterpaar kommt in den USA auf freien Fuß - unter ungewöhnlichen Bedingungen. Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Mississippi, wo Gladys und Jamie Scott seit 16 Jahren in Haft sind, hob die Strafe gegen beide auf, wie US-Medien am Donnerstag berichteten. Allerdings nur, wenn die 36-jährige Gladys der zwei Jahre älteren, todkranken Jamie eine Niere überlässt.

Das Urteil gegen die Scott-Schwestern ist von Bürgerrechtsgruppen mehrmals als zu hart kritisiert worden. Beide wurden jeweils zu zweimal lebenslänglich verurteilt, nachdem sie 1993 bei einem Raubüberfall elf US-Dollar erbeutet hatten.

Erst 2014 hätten sie erstmals ein Aussetzen der Haftstrafe beantragen dürfen. Wegen der Krankheit von Jamie reichten sie aber bereits im September eine Petition bei Gouverneurin Haley Barbour ein.

Barbour begründete ihre Entscheidung, die Schwestern freizulassen, mit der Einschätzung der Justizbehörde, dass beide "nicht länger eine Gefahr für die Gesellschaft sind". Ein weiterer Grund seien die hohen Kosten für die Dialyse-Behandlung der älteren Schwester. Sie beliefen sich für den Staat auf rund 190.000 Dollar pro Jahr.

ulz/dpa

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