Ehebruch in den USA Mann muss wegen Affäre 8,8 Millionen Dollar zahlen

Ein Texaner trifft sich regelmäßig mit einer verheirateten Frau. Die Ehe zerbricht, der gehörnte Mann zieht vor Gericht - und das fällt ein selbst für US-Verhältnisse bemerkenswertes Urteil.

Gericht in Durham, North Carolina
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Gericht in Durham, North Carolina


Millionen Menschen kennen das: Beziehungen scheitern, selbst langjährige Ehen zerbrechen - und für die Betroffenen bringt das meist nicht nur emotionalen Stress mit sich, sondern auch hohe Kosten. Aber 8,8 Millionen Dollar?

Das ist der Betrag, den ein US-Amerikaner laut einem Gerichtsurteil nun für die Auswirkungen einer gescheiterten Ehe zahlen muss. Ein Richter im Bundesstaat North Carolina hat den Texaner Francisco H. zur Zahlung dieses Betrags an den Ex-Mann seiner Freundin verpflichtet. Das ist selbst für die USA, in denen Angeklagte häufig zur Zahlung enormer Summen verurteilt werden, eine denkwürdige Entscheidung.

Denn das Gesetz, auf dem die Entscheidung gegen Francisco H. beruht, existiert in den meisten Bundesstaaten gar nicht, wie unter anderem der Sender CNN berichtet. In North Carolina aber ist Ehebruch nach wie vor eine schwerwiegende Straftat. Keith K., der gehörnte Ex-Ehemann von Danielle S., verklagte H. daher in Durham, North Carolina, unter anderem wegen des Auslösens emotionalen Stresses und Ehebruchs.

Daher muss H. nun allein für den Ehebruch mehr als 6,5 Millionen Dollar an Keith K. zahlen. Hinzu kommen etwa 2,2 Millionen Dollar, die als Entschädigung für konkrete Nachteile zu zahlen sind, die Keith K. infolge der mindestens 16 Monate andauernden Affäre zwischen Danielle S. und Francisco H. erlitten hat.

"Meine Ehe wurde ermordet"

Den Ursprung nahm die Affäre Medienberichten zufolge bereits 2015, etwa fünf Jahre nach der Hochzeit von Danielle S. und Keith K.; damals traf S. auf einer Motorradshow in New York Francisco H., der auf der Veranstaltung für eine Versicherungsgesellschaft arbeitete.

In den folgenden Monaten suchte H. laut CNN so oft wie möglich die Nähe der verheirateten Frau: Er traf sie in einem Spa, zog in ihre Nähe, tauschte mit ihr Textnachrichten aus. Keith K. wurde auf den Nebenbuhler schließlich aufmerksam, es kam zu einem Streit - an dessen Ende Francisco H. den Mann seiner Geliebten attackiert und in den Würgegriff genommen haben soll.

All das schlägt sich im jetzigen Urteil nieder. Keith K. legte dem Richter unter anderem Hotelrechnungen und Einträge aus sozialen Netzwerken als Beweismittel vor. "Meine Ehe wurde ermordet", sagte er dem Portal WRAL, "sie wurde zerstört." Im Januar 2017 trennte sich K. von seiner Frau. Ein Arzt diagnostizierte bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung, zudem hatte seine Firma seit Beginn der Ehekrise finanzielle Verluste erlitten - all das soll mit dem jetzigen Urteil abgegolten werden.

Das Gesetz, das Grundlage der Entscheidung ist, existiert außer in North Carolina nur in fünf weiteren US-Bundesstaaten: Hawaii, Mississippi, New Mexico, South Dakota and Utah. Laut "Washington Post" werden in North Carolina jedes Jahr etwa 200 Klagen auf Grundlage dieses Gesetzes eingereicht.

H.s Anwältin bezeichnete diese Regelung als archaisch und kritisierte die Entscheidung des Gerichts scharf. Die Ehe sei zudem schon vor der Affäre in eine Krise geraten, für die ihr Mandant nicht verantwortlich sei. Sie werde in seinem Namen gegen die Entscheidung in Berufung gehen.

mxw



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