Verkauf verunreinigter Medikamente Apotheker muss acht Jahre ins Gefängnis

76 Menschen starben bei einem Meningitis-Ausbruch in den USA im Jahr 2012. Jetzt wurde ein Apotheker zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt.


Im Jahr 2012 starben 76 Menschen in den USA bei einem Meningitis-Ausbruch, Hunderte weitere erkrankten. Verantwortlich dafür waren verunreinigte Medikamente. Nun verurteilte ein Gericht in Boston einen Apotheker zu acht Jahren Gefängnis.

Der Mann arbeitete als aufsichtsführender Apotheker bei dem New England Compounding Center, das mit Schimmel verunreinigte Injektionen, die vor allem gegen Rückenschmerzen eingesetzt wurden, produziert und in Umlauf gebracht hatte. Ursprünglich war er wegen Mordes angeklagt worden, diesen Vorwurf konnte ihm das Gericht jedoch nicht nachweisen. Eine Jury sprach den 49-Jährigen allerdings bereits im Oktober unter anderem wegen Betruges schuldig.

Er hatte zuvor unter Tränen bei den Opfern um Entschuldigung gebeten. Er sagte unter anderem, er habe Verständnis dafür, dass viele von ihnen ihm nie vergeben werden, aber er werde weiter dafür beten, dass sie "eine Art von Frieden finden". Mindestens 793 Personen in 20 verschiedenen Bundesstaaten waren durch die Medikamente geschädigt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine 35-jährige Haftstrafe für den Verurteilten gefordert, seine Anwälte hatten für drei Jahre plädiert. Im Zusammenhang mit dem Skandal war bereits im Juni der ehemalige Vorsitzende und Mitbegründer des New England Compounding Center zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

bbr/AP/Reuters



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