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US-Proteste gegen Polizeigewalt: Der Zorn wächst

Die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA halten an. Erneut gingen Tausende Menschen in vielen Städten auf die Straße. Und in New York steht eine weitere Jury-Entscheidung in einem Fall tödlicher Polizeigewalt an.

New York/Hamburg - Die dritte Nacht in Folge sind New Yorker aus Protest gegen ungesühnte Polizeigewalt in der US-Millionenmetropole auf die Straßen gegangen. Demonstranten versuchten erneut, Straßen und Brücken zu blockieren sowie das Weihnachtsgeschäft zu stören. Einige drangen in Läden ein und inszenierten auf dem Boden ausgestreckt sogenannte Die-ins. Auch Handzettel mit Forderungen wurden am Freitagabend verteilt. Demnach verlangen die Protestierenden unter anderem die Entlassung aller Polizisten, die in den Fall Eric Garner verwickelt sind.

Der an Asthma erkrankte Schwarze war mutmaßlich in Folge des Würgegriffs eines Polizisten gestorben. "Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen", brachte Garner noch mehrmals hervor, dann verlor er das Bewusstsein. Kurz nach der Festnahme starb er. Der Polizist, ein Weißer, muss sich aber dafür vorerst nicht vor Gericht verantworten. "Ich kann nicht atmen" ist nun zum Schlachtruf der Demonstranten geworden.

Der Fall Garner ist allerdings nicht der einzige, der für Empörung und Zorn sorgt. In Ferguson war es Ende November zu massiven Protesten gekommen, als eine Jury entschied, den Polizisten nicht anzuklagen, der den 18-jährigen Schwarzen Michael Brown erschossen hatte.

"Er hat nichts falsch gemacht"

Auf New York kommt die nächste Jury-Entscheidung in einem Fall tödlicher Polizeigewalt zu: Im November war der 28-jährige Schwarze Akai Gurley von einem Beamten erschossen worden, als er gerade mit seiner Freundin in einem dunklen Treppenhaus hinunterging, weil der Fahrstuhl defekt war.

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Proteste in den USA: Der Zorn wächst
Anders als in den Fällen Michael Brown und Eric Garner war der Polizist kein Weißer, sondern asiatischer Abstammung: Der junge Polizist Peter Liang zog seine Waffe und tötete Gurley mit einer Kugel, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter in irgendeiner Form verdächtig verhalten hätte, wie der Schütze selbst einräumte. Wie die "New York Post" berichtete, rief Liang nach den Schüssen nicht einmal einen Krankenwagen, sondern schrieb zuerst eine SMS an seine Gewerkschaft.

Tod eines Schwarzen beschäftigt Phoenix

Am Freitag meldete sich Gurleys Familie zu Wort und verlangte Gerechtigkeit. "Wie soll ich meiner Tochter erklären, dass ihr Vater nicht mehr zurückkommt?", sagte Gurleys Freundin Melissa Butler bei einer Trauerfeier in einer Baptistenkirche in Brooklyn. Seine Mutter Sylvia Palmer sagte weinend: "Er hat nichts falsch gemacht. Er ist ein guter Mann, er liebt seine Familie, er liebt seine kleine Tochter."

Gurleys Beerdigung ist für Samstag geplant. Der einflussreiche Bürgerrechtler Al Sharpton hat zudem zu einer weiteren Protestkundgebung im Stadtteil Harlem aufgerufen.

In dieser Woche ereignete sich zudem ein weiterer Fall: Bei einer Polizeikontrolle in Phoenix erschoss ein Polizist einen Schwarzen. Der weiße Beamte dachte, der Mann habe eine Waffe in der Hosentasche - dabei war es ein Röhrchen mit Schmerztabletten. Auch hier wird nun eine Grand Jury über eine Anklageerhebung entscheiden müssen.

Die Proteste halten nicht nur in New York an: Tausende aufgebrachter Amerikaner verlangten unter anderem in Washington, Baltimore und anderen US-Städten Gerechtigkeit. Im Raum Boston konzentrierte sich der Protest auf die renommierte Harvard-Universität, in Chicago waren Demonstranten trotz eisiger Temperaturen stundenlang in der Innenstadt. Vielerorts wurde der Verkehr blockiert. Im Fernsehsender CNN sprachen einige von ihnen von einer neuen "Bürgerrechtsbewegung" zugunsten von Afroamerikanern.

SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Marc Pitzke im Videointerview über Polizeigewalt und Rassismus in den USA:

SPIEGEL ONLINE

afp/ap/dpa/bim

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insgesamt 81 Beiträge
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    Seite 1    
1. Gesellschaftsterroristen
my_lay 06.12.2014
diese Menschen sind Gesellschaftsterroristen die die von Gott gegebene Standesordung anzweifeln. Dies Objekte sind mit aller Staatsgewalt zu bekaempfen. Das nennt man auch Staatsraeson.
2. Freispruch ist richtig
stefan.waldisberg 06.12.2014
Wenn man die Verhältnisse in der USA kennt ist ein Freispruch des einzelnen Polizisten richtig. - Die Polizisten sind sehr schlecht ausgebildet. - Derr Umgang mit Waffen ist locker. Fast jede Familie hat eine (geladene) Waffe zu Hause. -Die Kriminellen und halbkriminellen sind sehr brutal und schnell bereit zu schiessen. - Die Mordrate in der USA ist sehr hoch. - Die Polizisten haben Angst.In einem Umfeld der Gewalt ist es nachvollziebar, dass der Polizist, bei dem geringsten Anzeichen zur Waffe greift und schiesst. Er schütz sich damit nur, auch instinktiv, gerechtfertigt oder nicht. - Den einzelen Polizisten zu verurteilen ist falsch... Es ist das Gesamtsystem und die brutale Umwelt.
3. Eigentlich
Draw2001 06.12.2014
sprach Obama von mehr Gerechtigkeit. Ich halte es für verfehlt eine "Grand Jury" über die Zulassung einer Anklage urteilen zu lassen. Wie hier gesehen kann dadurch schnell ein Freispruch produziert werden. Gleichsam wird die Aufklärung verhindert. Gesetze sind dann auch nicht mehr anwendbar. Zuwenig für den Weg des Rechts und der erforderlichen Untersuchungen. Jeder amerikanische Polizist erwartet eine Gegenwehr eines befaffneten Gegenübers. In Australien nicht: Dort wurden alle Waffen vom Staat augekauft. Seitdem haben Todesfälle in Verbindung mit Schusswaffen um 90% abgenommen - und der Wert steigt weiter. Ein amerikanischer Polizist hat die Wahl: Er oder Andere. Ihm bleibt im Zweifelsfall nicht viel Zeit diese Entscheidung gerecht zu treffen.
4. Justiz darf nicht politischen Argumenten unterworfen werden.....
joG 06.12.2014
.....aber sie muss auch ihre Legitimität ohne sehr guten Grund beschädigen. So scheint es dumm die Polizisten nicht vor ordentliche Gerichte zu stellen, wenn auch die Grand Juries ein unter normalen Umständen völlig legitimer Gang der Dinge sind. Hier geht es aber darum, daß offensichtlich die Legitimität des Systems bei einer grossen Gruppe stark bezweifelt wird. Da ist Transparenz absolute Priorität. Gerechtigkeit alleine genügt da nicht. Man muss auch sehen, daß Gerechtigkeit allgemein gilt also gegen jeden auch durchgesetzt wird. Gerade auch gegen Diejenigen, die Macht über Bürger mit Gewalt durchsetzen sollen.
5. -
fördeanwohner 06.12.2014
Die Berichterstattung ist etwas dürftig. Es wäre interessant zu erfahren, wie so eine Grand Jury zusammengesetzt ist. Was sind das eigentlich für Menschen? Worüber entscheiden diese genau? Und was hat der Staatsanwalt gefordert? Nur eine Untersuchung oder eine Anklage wegen Mordes? Letzteres muss eigentlich jede Jury ablehnen, es sei denn es sind absolut wasserdichte Beweise vorhanden, die eine Tötungsabsicht belegen. Aber vielleicht fordert der Staatsanwalt, der im Prinzip auf derselben Seite wie der jeweils betroffene Polizist steht, von vornherein eine Anklage wegen Mordes, um damit sicherzugehen, dass die Jury dieses auch tatsächlich ablehnt. Das wäre ziemlich perfide. Ein System, das so etwas ermöglicht, gehört dann schleunigst abgeschafft mAn. Wäre schön, wenn man darüber mal berichtet.
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Der Fall Eric Garner: Demonstranten legen US-Städte lahm


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