USA Richter prüfen Mordprozess gegen 13-Jährigen

Ein US-Berufungsgericht muss sich mit einer heiklen Frage befassen: Kann ein des Mordes verdächtiger Junge vor einem normalen Gericht der Prozess gemacht werden - oder gehört er vor ein Jugendgericht? Sollte der 13-Jährige wie ein Erwachsener behandelt werden, droht ihm lebenslange Haft.


Pittsburgh - Der Fall liegt zwei Jahre zurück und sorgte international für Schlagzeilen - auch weil es dabei um den Umgang des US-Justizsystems mit Kindern geht. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der damals elfjährige Jordan im Februar 2009 die im achten Monat schwangere Freundin seines Vaters erschossen. Der Junge bestreitet die Tat.

Im vergangenen Jahr schloss ein örtlicher Richter einen Prozess vor einem Jugendgericht mit dem Argument aus, Jordan zeige keinerlei Reue für die Tat. Die Anwälte des Jungen weisen jedoch darauf hin, dieser könne keine Reue zeigen, da er seine Unschuld beteuere.

Nun muss sich ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Pennsylvania mit der Frage befassen, ob ein des Mordes verdächtiger Junge vor einem normalen Gericht der Prozess gemacht werden kann. So sieht es das Gesetz von Pennsylvania bei schweren Verbrechen vor. Sollte der heute 13-Jährige wie ein Erwachsener behandelt werden, droht ihm lebenslange Haft ohne Bewährung.

Die Eltern der Ermordeten wollen, dass Jordan lebenslang hinter Gittern bleibt. "Das ist wie bei einem Alkoholiker", sagte die Mutter vor Journalisten: "Wie soll eine Rehabilitation möglich sein, wenn du nicht einmal kapierst, dass du ein Problem hast?"

Nach Pennsylvanias Gesetzen kommt der Junge nur dann vor ein Jugendgericht, wenn es eine Aussicht gibt, dass er sich wieder in die Gesellschaft eingliedert. In diesem Fall käme er bei einem Schuldspruch in eine Jugendstrafanstalt und könnte bereits an seinem 21. Geburtstag entlassen werden.

wit/AFP



insgesamt 97 Beiträge
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makutsov 26.01.2011
1. Kanone
Wie kommt denn ein 11jähriger an eine Kanone?
Bonifatz 26.01.2011
2. Hier könnte Ihre Werbung stehen.
Zitat von makutsovWie kommt denn ein 11jähriger an eine Kanone?
Das ist in vielen Gegenden der USA nun wirklich kein Problem.
spiegel-hai 26.01.2011
3. Roy Bean reloaded
Zitat von sysopEin US-Berufungsgericht muss sich mit einer heiklen Frage befassen: Kann ein des Mordes verdächtiger Junge vor einem normalen Gericht der Prozess gemacht werden - oder gehört er vor ein Jugendgericht? Sollte der 13-Jährige wie ein Erwachsener behandelt werden, droht ihm lebenslange Haft. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,741672,00.html
die Logik des Richters muß man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind hat anscheinend nur Recht auf einen Prozeß nach Jugendstrafrecht, wenn es die Tat zuvor gesteht (zumindest implizit, durch "Reue").
StJames 26.01.2011
4. Beweise
Was ich nicht verstehe ist, dass es nach 2 Jahren anscheinend immer noch keine klaren Beweise geben soll. Wenn doch, dann würde das hier doch sicher erwähnt werden oder? Wenn wirklich die Zeugenaussage eines 7jährigen Mädchens, das die Tat selbst aber sowieso nicht gesehen hat, der einzige "Beweis" ist, dann sind doch zumindest leichte Zweifel angebracht oder? Einen 11jährigen (Tatzeit) allerdings wie einen Erwachsenen zu "richten" ist schon sehr menschenverachtend, trotz der Schwere der Tat. Ein Frage, wenn auch die ewig gleiche, sollte auch noch erlaubt sein. Warum hat ein 11jähriger ein eigenes Schrotgewehr??? Warum gibt es "Jugendmodelle" von Tötungswaffen, die noch nicht mal registriert werden müssen?
Shimodax, 26.01.2011
5. Wahnsinn ...
Zitat von spiegel-haidie Logik des Richters muß man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind hat anscheinend nur Recht auf einen Prozeß nach Jugendstrafrecht, wenn es die Tat zuvor gesteht (zumindest implizit, durch "Reue").
Das ist echt Makaber ... ich kann's kaum glauben, aber den Amis ist in der Richtung wirklich alles zuzutrauen.
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