Kalifornien: Jugendlicher schießt an High School auf Mitschüler

In einer Schule im US-Bundesstaat Kalifornien hat ein 16 Jahre alter Schüler einen gleichaltrigen Mitschüler angeschossen und einen Lehrer verletzt. Der Schütze befindet sich bereits in Polizeigewahrsam.

Polizist Ed Whiting spricht in Taft zu den Angehörigen der Schüler Zur Großansicht
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Polizist Ed Whiting spricht in Taft zu den Angehörigen der Schüler

Taft - Der Vorfall ereignete sich im 10.000-Einwohner-Ort Taft: In der Union High School im US-Bundesstaat Kalifornien hat am Donnerstag laut Polizei ein Schüler mit einer Schrotflinte um sich geschossen. Dabei wurde ein 16 Jahre alter Mitschüler verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und befindet sich in kritischem, aber stabilem Zustand.

Zu der Schießerei kam es nach Angaben einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung gegen 9 Uhr morgens (Ortszeit). Sheriff Donny Youngblood sagte nach dem Vorfall, der Täter sei in eine Klasse der Union High School gelaufen und habe den Jugendlichen mit einer Shotgun angeschossen. Danach habe er auf einen zweiten Schüler gefeuert, diesen zum Glück aber verfehlt. Insgesamt habe der Schütze Munition für bis zu 20 Salven in seinen Taschen gehabt.

Ein Lehrer wurde den Angaben zufolge durch einen Streifschuss am Kopf verletzt. Der Mann habe trotzdem versucht, die anderen Schüler durch eine Hintertür in Sicherheit zu bringen. Danach sei er mit einem anderen Schulangestellten zurückgegangen und habe den Schützen in ein Gespräch verwickelt, um ihn abzulenken. Schließlich habe der Täter die Waffe niedergelegt, sagte der Sheriff.

Der mutmaßliche Täter konnte bereits nach 20 Minuten gefasst werden. Ein anderer Polizeivertreter hatte zuvor von zwei Opfern gesprochen.

Mitarbeiter des Sheriffs durchsuchten nun das Gebäude, hieß es weiter. Man erhalte Anrufe von Menschen in der Highschool, die sich in Schränken versteckt hielten, berichtete der Sender. Schüler seien auf ein angrenzendes Sportfeld gebracht worden. Taft liegt rund 190 Kilometer nördlich von Los Angeles. An der betroffenen Taft Union High School werden Schüler der Klassen 9 bis 12 unterrichtet.

Parallel zu dem Vorfall hielt US-Vizepräsident Joe Biden gerade eine Rede über Gewalt mit Schusswaffen in den USA. Der Vorfall brachte die Schusswaffen-Lobby aber keineswegs zur Aufgabe ihrer Blockadehaltung.

Biden selbst geht im Streit zwischen Befürwortern und Gegnern schärferer Waffengesetze in den USA von einem baldigen Kompromiss aus: Ein solcher könne in einem Verbot von Sturmgewehren, Schussmagazinen mit besonders vielen Patronen und strengeren Zulassungsprüfungen münden, sagte er.

Allerdings wird er weiterhin Gegenwind der Waffenlobby zu spüren bekommen: Nach einem eineinhalbstündigen Krisengespräch mit Biden am Donnerstag ließ die mächtige National Rifle Association (NRA) in einer Mitteilung wissen, sie werde "nicht zulassen, dass rechtschaffene Waffenbesitzer für die Taten von Kriminellen und Verrückten beschuldigt werden". Das Gespräch mit Biden habe sich eher um die Verteufelung des verfassungsmäßigen Rechts auf Waffenbesitz gedreht als um die Sicherheit von Schülern.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hatte vor dem Gipfeltreffen vielen Waffengegnern aus der Seele gesprochen, indem er seine Kritik an den gültigen Gesetzen zum Ausdruck brachte: "Niemand jagt mit einem Sturmgewehr. Niemand braucht zehn Kugeln, um ein Reh zu erschießen. Beendet den Wahnsinn jetzt!"

Mitte Dezember hatte ein Schütze an einer Grundschule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut 20 Erstklässler und sechs Erwachsene erschossen, bevor er sich das Leben nahm. Die Bluttat führte zu einer erneuten Diskussion über eine Verschärfung des Waffenrechts in den USA. Bei den Behörden löste der Amoklauf zudem Sorgen wegen möglicher Nachahmungstäter aus.

kha/wit/AP/Reuters/AFP/dapd

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