Eldorado - Der 52-jährige Sektenführer Warren Jeffs und vier seiner Anhänger sind am Dienstag vor einem Geschworenengericht in Texas wegen sexueller Nötigung von Minderjährigen angeklagt worden.
Der Justizminister von Texas, Greg Abbott, äußerte die Hoffnung, dass Jeffs vom Bundesstaat Arizona ausgeliefert werde, wo er bereits wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Die anderen Angeklagten, die ebenfalls mit der Sekte in Verbindung stehen, sollen so schnell wie möglich festgenommen werden.
Abbott teilte weiter mit, dass die Untersuchungen zu den Vorkommnissen auf der Ranch der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) andauerten. Von dort hatten die texanischen Behörden Anfang April bei mehreren Razzien mehr als 400 Kinder abgeholt und vorerst in Pflegeheime gebracht.
Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den dringenden Hilfsappell einer 16-Jährigen, die erklärte, sie werde von ihrem 50-jährigen Ehemann geschlagen und sei acht Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes erneut schwanger. Allerdings ordnete Anfang Juni das Oberste Gericht von Texas die sofortige Rückgabe der Kinder an ihre Eltern an und erklärte, die Behörden hätten ihre Kompetenzen überschritten.
Die FLDS ist eine Abspaltung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der Hauptströmung der Mormonenkirche, die der Polygamie schon vor einem Jahrhundert abschwor. Die Sekte hatte die Ranch im Jahr 2003 gekauft. FLDS-Führer Jeffs, den seine Anhänger als Prophet verehren, wurde 2006 in Las Vegas verhaftet und im vergangenen Jahr wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt.
ala/AFP
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