Hinrichtung mit elektrischem Stuhl Tennessee exekutiert verurteilten Mörder

Jahrelang war in Tennessee kein einziger Häftling auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden - nun hat der US-Bundesstaat zum zweiten Mal binnen wenigen Wochen einen Mörder auf diese Weise getötet.

Elektrischer Stuhl in Nashville, Tennessee (Archivbild)
AP

Elektrischer Stuhl in Nashville, Tennessee (Archivbild)


Nach 36 Jahren im Todestrakt hat die Justiz im US-Bundesstaat Tennessee einen verurteilten Mörder mit dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Das Todesurteil gegen den 61-jährigen David Earl Miller wurde am Donnerstagabend in einem Hochsicherheitsgefängnis in Nashville vollstreckt, wie die Behörden mitteilten.

Miller war wegen der Ermordung einer geistig behinderten Frau im Jahr 1981 zum Tode verurteilt worden. Der in seiner Kindheit sexuell missbrauchte Mann soll die 23-Jährige bei einem Date mit Schlägen und Messerstichen getötet haben. Er wurde 1982 sowie erneut 1987 wegen der Tat verurteilt.

Es war die zweite Hinrichtung eines Häftlings mit dem elektrischen Stuhl in Tennessee innerhalb von rund einem Monat. Anfang November war der wegen Doppelmordes verurteilte Edmund Zagorski auf diese Weise in Nashville getötet worden. Zuvor war der elektrische Stuhl in dem Bundesstaat fünf Jahre lang nicht eingesetzt worden.

Hinrichtungen seit 1976

Zagorski war schuldig gesprochen worden, 1983 zwei Männer ermordet zu haben. Er hatte sie mit dem Versprechen in ein Waldgebiet gelockt, ihnen Marihuana zu verkaufen. Eigentlich hätte er bereits im Oktober mit einer Giftspritze exekutiert werden sollen. Der Termin wurde aber kurzfristig ausgesetzt, nachdem Zagorski gefordert hatte, stattdessen mit dem elektrischen Stuhl hingerichtet zu werden.

Seine Anwälte argumentierten damals, bei der Giftspritze würden ihm bis zu 18 Minuten Leid drohen - beim elektrischen Stuhl lediglich 15 bis 30 Sekunden. Die für Hinrichtungen in den USA genutzten Giftcocktails stehen in der Kritik, weil das enthaltene Betäubungsmittel Midazolam offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der sterbenden Todeskandidaten zu unterdrücken.

Im Video: Todesstrafe in den USA - Wenn die Justiz mordet

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In Tennessee haben Häftlinge, die vor 1999 zum Tode verurteilt wurden, das Recht, zwischen dem elektrischen Stuhl und einer Giftspritze zu wählen. Der elektrische Stuhl als Hinrichtungsmethode war erst 2014 wiedereingeführt worden - damals aus Mangel an Giftspritzen.

In den Vereinigten Staaten wurde seit dem Jahr 2000 nur bei 14 von rund 900 Hinrichtungen der elektrische Stuhl verwendet (mehr zur Einführung des elektrischen Stuhls in den USA im Jahr 1890 erfahren Sie hier).

mxw/AFP

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