USA Unschuldiger nach 23 Jahren Gefängnis freigekommen

Lamonte McIntyre war nach einem Doppelmord 1994 mit nur 17 Jahren zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden - ein Justizirrtum. Jetzt durfte der 41-Jährige das Gefängnis verlassen.

Lamonte McIntyre mit seiner Mutter Rosie McIntyre beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Kansas City, USA
DPA

Lamonte McIntyre mit seiner Mutter Rosie McIntyre beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Kansas City, USA


Nach 23 Jahren im Gefängnis ist ein unschuldig Verurteilter in den USA freigekommen. Lamonte McIntyre wurde am Freitag begleitet von einem großen Medieninteresse im US-Bundesstaat Kansas freigelassen. Nach Angaben der Hilfsgruppe Injustice Watch waren die ersten Worte des 41-Jährigen: "Es ist schön draußen."

McIntyre war nach einem Doppelmord im Jahr 1994 mit nur 17 Jahren zu zwei Mal lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil fußte auf den Aussagen von Zeugen, die ihre Angaben später widerriefen. Materielle Beweise konnte die Staatsanwaltschaft damals ebenso wenig präsentieren wie ein Tatmotiv.

Am Freitag erklärte die Staatsanwaltschaft, es seien Zweifel an der Identifizierung McIntyres durch die damaligen Zeugen aufgekommen. Das Gericht müsse feststellen, dass dem Verurteilten Unrecht angetan worden sei. McIntyre hatte immer seine Unschuld beteuert.

boj/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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charlybird 14.10.2017
1. Wie will man dieses Unrecht
an einem 17jährigen jemals wieder gutmachen ? Eine Rehabilitierung nach fast 24 Jahren, einem ungefähren Vierteljahrhundert !! Grausam. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn hier die Todesstrafe oder vergleichbare Strafen ( 3 mal Lebenslänglich oder ähnlich dummes Zeug) nicht verhängt werden, wenn man hier im Justizirrtum sitzt, bewegen sich die Damen und Herren Richter über Freiheit oder Leben auch wie Faultiere während des Mittagsschlafs. Vor allem, weil Eitelkeit, Gesichtsverlust und eine Niederlage an der Karriere und der vermeintlichen Intelligenz kratzen und Verlieren natürlich nie eingeplant ist , sowie die Einsicht über gemachte Fehler. Ausnahmen, etc....... aber die Kontrolle fehlt und wie man weiß, auch jede Menge Personal.
spiegelleser85 14.10.2017
2. Entschädigung
Na, da kriegt er bestimmt eine schöne Entschädigung - einen Dollar pro Tag oder so. Kann er ja mal schön Frühstücken von gehen.
permissiveactionlink 14.10.2017
3. #2, spiegelleser85
Eher mehr : Der US Amerikaner Jonathan Flemming wurde verurteilt, weil er angeblich einen Bekannten niedergestochen haben sollte. Während der Tatzeit hielt er sich aber nachweislich 1600 km vom Tatort entfernt in einem Hotel in Orlando, Florida auf. Flemming saß 25 Jahre unschuldig im Gefängnis. Ihm wurden umgerechnet 5,58 Millionen Euro als Haftentschädigung zugesprochen. Das sind etwa 611 Euro für jeden verlorenen Tag im Gefängnis. Also weit mehr, als ein Justizopfer in Deutschland an Entschädigung erwarten kann. Diesbezüglich verhält sich der deutsche Staat weitaus schäbiger und knausriger, obwohl auch hierzulande, anders als in den meisten Krimis suggeriert, die Strafverfolgungsbehörden und die Justiz bisweilen extrem schlampig, nachlässig und vorverurteilend arbeiten und eben nicht immer in alle Richtungen ermitteln. Auch massive Zeugenbeeinflussung und erzwungene Geständnisse (sogar bei geistig Behinderten !) hat es hierzulande schon gegeben, regelmäßig. Manch einer kritisiert den Splitter im Auge des Anderen, und wird nicht des Balkens im eigenen Auge gewahr !
Freidenker10 15.10.2017
4. permissiveactionlink
Wurde gerade in einem anderen Artikel hier bei Spon thematisiert: In Deutschland gibt es stolze 25€/Tag unschuldig im Knast, aber der "Witz" ist dass da tatsächlich noch die Verpflegungskosten davon abgezogen werden. Echt das letzte!
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