Vater unter Verdacht Vermisster Junge hinter falscher Wand gefunden

Vier Jahre lang suchte eine Mutter in den USA nach ihrem Sohn. Jetzt ist der 13-Jährige im Haus seines Vaters gefunden worden - versteckt hinter einer Mauer.

Das Haus, in dem der vermisste Junge gefunden wurde
REUTERS

Das Haus, in dem der vermisste Junge gefunden wurde


Jonesboro - Am späten Freitagabend entdeckten Polizisten in einem Wohnhaus im US-Bundesstaat Georgia einen 13-jährigen, zu Tode verängstigten Jungen. Sein eigener Vater hatte ihn offenbar jahrelang versteckt gehalten - hinter einer falschen Wand, die mit Handtuchhaltern getarnt war.

"Wir haben die Wand geöffnet und ihn gebeten, herauszukommen", berichtete die Beamtin vor Ort, Joanne Sutherland. "Er war entsetzt. Er war ganz starr vor Angst."

Am späten Freitagabend hatte die Polizei einen ersten Notruf erhalten, in dem von Kindesmisshandlung in dem Haus berichtet wurde. Die Beamten fuhren daraufhin zu dem Anwesen in Jonesboro, etwa 28 Kilometer von Atlanta entfernt, wurden aber nicht fündig. Erst als drei Stunden später die Mutter des Vermissten anrief und weitere Details lieferte, gelang es der Polizei, den Jungen in einem zweiten Anlauf zu befreien.

Die Mutter reiste daraufhin sofort von Florida nach Georgia. Im Polizeirevier kam es dann am Samstagmorgen zu einem ersten Wiedersehen zwischen den beiden.

Fünf Personen bewohnten der Polizei zufolge das Haus in Jonesboro. Sie wurden in Polizeigewahrsam genommen. Der Vater des Jungen, der 37-jährige Gregory Jean, und seine 42-jährige Freundin Samatha Joy Davis müssen sich nun wegen Freiheitsberaubung, Kindesmisshandlung und Behinderung der Ermittlungen vor Gericht verantworten. Beim ersten Eintreffen der Polizei in ihrem Haus hatten sie zunächst behauptet, nichts von dem Verbleib des Jungen zu wissen.

Viele Details in dem Fall sind der Polizei zufolge noch unklar. Im Jahr 2010 sei der Sohn von Florida nach Georgia gefahren, um seinen Vater zu besuchen. Der habe ihn nicht wieder zurückfahren lassen, berichtete der Sender WSB-TV. Die Mutter soll das Kind zwar beim Sozialamt als vermisst gemeldet haben - nicht aber bei der Polizei. Als Migrantin sei ihr das Prozedere nicht bekannt gewesen, so die Vermutung.

Offenbar befand sich der Junge nicht ständig in seinem Gefängnis hinter der Wand. Nachbarn berichteten, sie hätten ihn häufig den Vorplatz des Wohnhauses harken sehen. Der Vater und seine Lebensgefährtin hätten erklärt, der Sohn gehe nicht zur Schule, sondern werde zu Hause unterrichtet.

ala

Mehr zum Thema


Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Untertan 2.0 30.11.2014
1. Glück gehabt
Gut, dass der kleine keine Spielzeugpistole dabei hatte. Wir wissen ja, wie es dann geendet hätte...
nona_user 30.11.2014
2. Das ist ein
schönes Beispiel dafür das es auch "normale" Polizisten in Amerika gibt. Nicht immer sind es kranke Psychophaten die wehrlose Leute erschiessen. Von seiten der Polizei erwarte ich hier allerdings auch eine sehr große Haftstrafe für den vater und seine frau.
die_bittere_wahrheit 30.11.2014
3.
Gehoert nicht ganz zum Thema; aber das Haus auf dem Bild ist ganz sicher kein "Anwesen"! Das ist ein vllt 1800sqft , 08/15 Haus in der Vorstadt...
haltetdendieb 30.11.2014
4. Homeschooling - besonders hinter einer Wand - das ist Amerika
Homeschooling - ist besonders erfolgreich - besonders hinter einer Wand - das ist Amerika!!! So einfach ist es, einen Jungen verschwinden zu lassen. Amerika Du hast es besser! Ganz im Ernst, Amerika versinkt immer mehr in den Status eines Failed State! Was den sozialen Bereich betrifft ist Amerika kein Vorbild für irgendein Land. Eigentlich in keinem Bereich mehr. FS America!
YouMi90 30.11.2014
5. da hat das
Sozialamt aber mal mega schlechte Arbeit geleistet. Wenn eine Mutter dorthingeht und ihren Sohn als vermisst meldet, muss das Sozialamt das dann nicht an die Polizei weiter leiten !?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.