US-Bundesstaat Texas Polizei spürt verschwundene Mutter nach 42 Jahren auf

Lula Ann Gillespie-Miller aus Indiana war gerade zum dritten Mal Mutter geworden, als sie 1974 spurlos verschwand. Nun hat die Polizei sie in Texas gefunden. Dort lebte die Frau unter falschem Namen.


Laurel ist ein kleiner Ort im US-Bundesstaat Indiana, ein paar Hundert Einwohner leben dort - und seit Anfang der Siebziger auch die Heimat von Lula Ann Gillespie-Miller. 1974 ist das Jahr, das ihr Leben für immer verändert hat. Gillespie-Miller war 28 Jahre alt und gerade zum dritten Mal Mutter geworden.

"Sie fühlte sich damals zu jung dafür, Mutter zu sein, und überantwortete ihre Kinder ihren Eltern", heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Gillespie-Miller ging fort aus Laurel und wurde von ihrer Familie nie wieder gesehen. Ihre Angehörigen glaubten längst, die Verschwundene sei tot. Das letzte Lebenszeichen war ein Brief, abgestempelt in Richmond, abgeschickt 1975. Doch nun hat die Polizei die Frau aufgespürt, in einer Kleinstadt im Süden von Texas.

Detective Sergeant Scott Jarvis hatte den Fall im Januar 2014 übernommen, nachdem das Doe-Netzwerk, das Familien bei der Suche nach Vermissten unterstützt, die Polizei in Indiana kontaktiert hatte. Zunächst prüfte Jarvis, ob es sich bei einem ungeklärten Todesfall in Richmond aus dem Jahr 1975 um die verschwundene Frau handeln könnte.

Keine Erklärung für das Verschwinden

Doch dann führten die Ermittlungen in eine andere Richtung. Jarvis stieß auf die Spur einer Frau, die Ähnlichkeiten mit Gillespie-Miller aufwies. Diese hatte in den Achtzigern in Tennessee gelebt, später in Texas. Die Fährte führte den Ermittler schließlich in die texanische Kleinstadt, in der Gillespie-Miller seit den Neunzigern gelebt hatte - unter falschem Namen.

"Sie hat zugegeben, dass ihr richtiger Name Lula Ann Gillespie-Miller ist, 69 Jahre alt, ursprünglich aus Laurel, Indiana", heißt es in der Polizeimitteilung. Nach ihrem Verschwinden habe die Frau keine Straftat begangen. Auch deshalb war es wohl so schwierig, sie aufzuspüren. Denn eine DNA-Probe ihrer Tochter hatte bei einem Abgleich in einer nationalen Datenbank keinen Treffer ergeben.

Eine Erklärung für ihr Verschwinden habe Gillespie-Miller nicht gegeben, teilten die Ermittler mit - aber die Einwilligung, ihre Kontaktdaten an ihre Tochter weiterzugeben.

Für die Tochter sei es ein großer Schock gewesen, dass ihre Mutter noch lebe, sagte eine Freundin dem "People"-Magazin. "Sie war verletzt und wütend, aber auch froh, dass ihre Mutter lebt." Schließlich sei sie ihr ganzes Leben davon ausgegangen, dass ihre Mutter tot ist.

wit

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