USA 39-Jähriger soll verwahrloste Kinder angeblich für Massaker trainiert haben

Ermittler haben im Süden der USA elf verwahrloste Kinder und die Leiche eines Jungen entdeckt. Ein Mann soll sie dafür trainiert haben, Massaker zu verüben - an dieser Version gibt es aber Zweifel.

Versteck in Amalia, New Mexico
Jesse Moya / The Taos News / AP

Versteck in Amalia, New Mexico


Ein Mann im US-Bundesstaat New Mexico hat Kinder möglicherweise dafür trainiert, an Schulen auf andere Menschen zu schießen. Dazu soll der 39-Jährige die Minderjährigen in einem heruntergekommenen Versteck festgehalten haben.

Die Pflegemutter eines der befreiten Kinder habe angegeben, der Festgenommene habe das Kind im Umgang mit einem Sturmgewehr zur Vorbereitung für künftige Schulmassaker trainiert, teilte die Staatsanwaltschaft von New Mexico mit.

Der 39-Jährige, Sohn eines Imam aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn, stelle eine "große Gefahr für die auf dem Grundstück gefundenen Kinder sowie für die Allgemeinheit insgesamt dar", heißt es in der Akte der Ermittlungsbehörde. Daher werde er auch nicht auf Kaution freigelassen, schrieb Staatsanwalt Timothy Hasson.

Ob die Kinder wirklich für Massaker ausgebildet wurden oder werden sollten, ist noch unklar. Der Strafverteidiger Aleks Kostich bezweifelte diese Darstellung und kritisierte, dass es nur wenige verlässliche Informationen gebe. Die Massaker-Behauptung stamme von einer Pflegemutter. Er gehe davon aus, sagte Kostich, dass die Ermittler nicht vollständig von der Glaubwürdigkeit der Frau überzeugt seien.

In dem Versteck in einer abgelegenen Gegend New Mexicos waren am Freitag elf völlig verwahrloste und ausgehungerte Kinder im Alter zwischen einem und fünfzehn Jahren entdeckt worden. Die Behörden hatten erklärt, die Kinder aus der Hand bewaffneter Extremisten befreit zu haben. Die Ermittler hatten unter anderem Sturmgewehre gefunden.

Insgesamt fünf Menschen wurden vor Ort wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch festgenommen: der Hauptverdächtige, ein weiterer bewaffneter Mann sowie drei Frauen, die möglicherweise die Mütter der Kinder sind. Ein Richter ordnete nun an, dass alle fünf Verdächtigen in Haft bleiben müssen. Eine weitere Anhörung wurde für Montag angesetzt, wie der Sender CNN berichtete. Die Kinder wurden Pflegefamilien übergeben.

Bei allen Festgenommenen handelt es sich um Mitglieder einer Familie, sagte Jerry Hogrefe, Sheriff des Bezirks Taos. Er beschrieb die Umstände, unter denen die Kinder leben mussten. "Die einzigen Lebensmittel, die wir sahen, waren ein paar Kartoffeln und eine Kiste mit Reis in einem dreckigen Wohnwagen", sagte der Sheriff.

Alle aufgefundenen Personen in dem Versteck seien völlig verwahrlost gewesen - "ohne Schuhe, persönliche Hygiene und im Prinzip mit dreckigen Lumpen als Kleidung." Auf dem Grundstück gab es demzufolge Tunnel, Stolperfallen mit herausstehenden Nägeln und Glassplittern sowie Barrikaden aus alten Autoreifen.

Sheriff Jerry Hogrefe
AP

Sheriff Jerry Hogrefe

Hogrefe hatte am Dienstag mitgeteilt, auf dem Gelände sei die Leiche eines Kindes gefunden worden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um einen Sohn des Festgenommenen, die Identifizierung läuft noch.

Der damals dreijährige Junge war Ende vergangenen Jahres von seiner Mutter im Bundesstaat Georgia als vermisst gemeldet worden. Er litt nach Angaben seiner Mutter gegenüber Lokalmedien an einer Gehirnerkrankung. Der Einsatz, der zur Befreiung der elf Kinder geführt hatte, war Teil einer monatelangen Suche nach dem Vermissten, an der auch die Bundespolizei FBI beteiligt war.

Der jetzt festgenommene Vater des Kindes soll der Mutter angeblich angekündigt haben, einen Exorzismus an dem Jungen vornehmen zu wollen, da das Kind seiner Meinung nach vom Teufel besessen sei. So steht es laut Nachrichtenagentur AP im Haftbefehl, der im Bundesstaat Georgia wegen Kindesentführung auf den Mann ausgestellt wurde. Der 39-Jährige soll sich mit seinem Kind demzufolge bei der Mutter für einen Besuch im Park abgemeldet haben und nicht zurückgekehrt sein.

mxw/AP/AFP/dpa



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