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Prozessauftakt: Hulk Hogan will 100 Millionen Dollar wegen Sexvideo

Sextape mit Hulk Hogan: Der 100-Millionen-Dollar-Prozess Fotos
AP

Seinen letzten Ringkampf hat Hulk Hogan längst hinter sich, nun kämpft der "Hulkster" vor Gericht um jede Menge Geld. Der Wrestler prozessiert gegen eine Klatschseite - die ein Sexvideo mit ihm veröffentlicht hatte.

Im US-Bundesstaat Florida hat Hulk Hogans Gerichtsverhandlung gegen die Klatschseite Gawker.com begonnen. Wegen der Veröffentlichung eines heimlich aufgenommenen Sexvideos mit dem Ex-Wrestler fordert der 62-Jährige 100 Millionen Euro Schadensersatz von der Seite.

Die Anwälte appellierten an die sechsköpfige Jury in dem Zivilprozess, die Persönlichkeitsrechte ihres Mandaten gegen das öffentliche Interesse an Berichterstattung abzuwägen. Den Betreibern der Klatschseite sei es bei der Veröffentlichung des intimen Ausschnitts nur um Macht und Werbung gegangen - sie wollten Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bolea heißt, schaden.

2,5 Millionen Menschen hätten den Clip binnen sechs Monaten angesehen, nachdem er 2012 veröffentlicht worden war, sagte Anwalt Shane Vogt in seinem Eingangsstatement. "Es gibt noch eine private Seite seines Lebens, die an sehr wenigen, aber sehr wichtigen Orten existiert", sagte Vogt.

Auf dem rund zweiminütigen Video ist zu sehen, wie Hogan einvernehmlichen Sex mit der damaligen Gattin von Hogans Freund Bubba the Love Sponge hat. Der Sex soll mit Erlaubnis des bekannten Radio-DJs stattgefunden haben - angeblich ist der Mann sogar selbst am Anfang des Videos zu hören.

Der langjährige Champion der World Wrestling Entertainment (WWE) dagegen will von dem Video nichts gewusst haben. Auch als Star gebe es ein Recht darauf, die Privatsphäre in einem privaten Schlafzimmer zu wahren, sagte ein Anwalt.

"Gawker" argumentierte, dass die Veröffentlichung des Videos 2012 vom ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschützt sei. "'Gawker' glaubt, dass diese Art der Berichterstattung wichtig ist", sagte der Anwalt der Firma Mike Berry. "Die Autoren müssen in der Lage sein, unbequeme Themen anzusprechen - ob es das Thema psychische Gesundheit ist, ob es das Thema Drogen ist, ob es das Thema Berühmtheit wegen Sextapes ist", sagte er.

apr/Reuters/AP

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