Umstrittener Richterspruch Lesbisches Paar darf Kind zunächst doch behalten

Im US-Bundesstaat Utah wollte ein Richter einem lesbischen Ehepaar das Pflegekind wegnehmen lassen. Nach heftigen Protesten hat er nun seine Entscheidung widerrufen - doch damit ist der Streit noch nicht beendet.


Ein Jugendrichter aus dem US-Bundesstaat Utah wollte einem lesbischen Ehepaar die kleine Pflegetochter wegnehmen lassen. Diese Entscheidung wollten die beiden Frauen nicht hinnehmen und protestierten gegen den Richterspruch - mit Erfolg. Nach Angaben der "Salt Lake Tribune" widerrief der zuständige Jugendrichter am Freitag seine Entscheidung.

Peirce und ihre Ehefrau April Hoagland hatten das einjährige Mädchen vor drei Monaten in Pflege genommen und wollten es eigentlich adoptieren. Jugendrichter Scott Johansen behaupte aber, dass es Kindern bei heterosexuellen Eltern besser gehe, berichtete Hoagland. Ihren Angaben zufolge verwies er bei der Verhandlung auf angebliche Forschungsergebnisse, ohne aber nähere Angaben dazu zu machen.

Nun darf das Mädchen vorerst bei ihren Pflegeeltern bleiben. Der Streit ist damit aber noch nicht zu Ende. Nach Angaben der "New York Times" steht auch in dem neuen Spruch weiterhin, dass Kinder laut Forschungsergebnissen emotional und mental stabiler seien, wenn sie bei heterosexuellen Eltern aufwüchsen. Der Richter setze für den 4. Dezember eine Anhörung an, die das Beste für das Kindeswohl zum Thema hat.

Neben Homosexuellengruppen kritisierte auch Utahs Gouverneur Gary Herbert, der eigentlich ein Gegner der Homo-Ehe ist, die Entscheidung. "Er findet das Gesetz vielleicht nicht gut, aber er muss sich daran halten", sagte Herbert über den Richter.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Juni die gleichgeschlechtliche Ehe in allen Bundesstaaten für legal erklärt.



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