Missbrauchsfall in Velbert Opfer brachte Polizei auf Spur der Verdächtigen

Sechs Jugendliche sitzen in U-Haft, weil sie an der Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Velbert beteiligt gewesen sollen. Bei der Fahndung half Ermittlern zufolge das Opfer.

Weg durch den Wald in der Nähe des Velberter Parkbades
DPA

Weg durch den Wald in der Nähe des Velberter Parkbades


Eine Gruppe Jugendlicher soll eine 13-Jährige in Velbert vergewaltigt haben. Sechs von acht Verdächtigen sind inzwischen in U-Haft, nach zweien wird gefahndet. Laut Polizei trug das Mädchen entscheidend dazu bei, die sechs gefassten mutmaßlichen Täter ausfindig zu machen.

"Das Mädchen hatte das Gefühl, einen der Täter irgendwo schon einmal gesehen zu haben", sagte der Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, Wolf-Tilman Baumert. "Sie hat dann auf Facebook in allen möglichen Gruppen nach ihm gesucht und ist dabei fündig geworden." Auf einem Foto habe sie ihn wiedererkannt.

Zwar habe der Schüler seinen Facebook-Account unter falschem Namen geführt, sein Foto sei aber an alle Streifenpolizisten in Velbert verteilt worden. "Dann hat es nicht lange gedauert, bis er einer Streife über den Weg lief", sagte Baumert. Seine Festnahme sei "ein Volltreffer" gewesen: "Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war." Damit konnten dann auch die übrigen Verdächtigen im Umfeld des Jugendlichen ermittelt werden.

Das Mädchen hatte am 21. April gegen 18 Uhr das Parkbad in Velbert verlassen. Der Heimweg führte durch ein Waldstück. Dort traf die 13-Jährige eine Gruppe männlicher Jugendlicher wieder, die sie schon im Schwimmbad verbal belästigt haben sollen.

Laut Staatsanwaltschaft zerrten die Angreifer ihr Opfer durch den Wald. An mindestens zwei Orten vergingen sich die Jugendlichen demnach an dem Mädchen. Die Jugendlichen filmten die Übergriffe mit dem Handy. Erst als eine Passantin vorbeikam und eingriff, ließen sie von der 13-Jährigen ab.

Über die mutmaßlichen Täter ist wenig bekannt. Sie sind zwischen 14 und 16 Jahre alt. Der Großteil der Gruppe besucht dieselbe Schule. Die Jugendlichen haben bulgarische Pässe und leben seit einiger Zeit in Velbert. Die 13-Jährige ist Deutsche, die Ermittler gehen nicht davon aus, dass die Nationalität der Beteiligten eine Rolle spielte. Laut Staatsanwaltschaft war das Mädchen ein Zufallsopfer.

ulz/dpa



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