Venezuela 68 Tote bei Häftlingsaufstand

In einer Polizeiwache in Venezuela sind bei einem Aufstand etliche Gefangene gestorben. Die Häftlinge hatten einen Polizisten als Geisel genommen.


Bei Tumulten in Venezuela sind Dutzende Häftlinge ums Leben gekommen. Bei dem Vorfall gab es 68 Opfer, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die aufständischen Häftlinge waren in Zellen einer Polizeiwache in Valencia, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Carabobo, eingesperrt.

Der Aufstand begann, als die Häftlinge einen ihrer Bewacher als Geisel nahmen und anschließend Matratzen in Brand setzten, berichtete die Zeitung "El Universal". Ein Sprecher der Organisation "Una Ventana a la Libertad" ("Ein Fenster zur Freiheit"), die sich um die Belange von Gefangenen kümmert, hatte zuvor von 78 Todesopfern gesprochen. Er erklärte, einige Gefangene seien verbrannt, andere erstickt.

Der Gouverneur von Carabobo, Rafael Lacava, drückte via Twitter seine "Bestürzung" über den Vorfall aus. Es sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, um "die Gründe und die Verantwortlichen für diese beklagenswerten Geschehnisse" festzustellen. "Wir sind an der Seite der Angehörigen in ihrem Schmerz", schrieb Lacava weiter. Vier Staatsanwälte sollen den Vorfall nun prüfen.

Laut der Organisation "Ein Fenster zur Freiheit" starben in dem Gefängnis auch zwei Frauen, die offenbar Häftlinge besucht hatten. Nach dem Unglück hätten Angehörige versucht, zu der Polizeiwache vorzudringen, und hätten dabei einen Justizvollzugsbeamten mit einem Stein verletzt. Daraufhin sei die Menge mit Tränengas auseinander getrieben worden.

Die Gefängnisse in Venezuela sind chronisch überfüllt, es gibt immer wieder gewaltsame Aufstände. Wegen der Überbelegung werden Häftlinge auch - so wie in diesem Fall - in den Zellen von Polizeiwachen untergebracht. Dort dürfen sie laut Gesetz eigentlich nicht länger als 48 Stunden bleiben, diese Regel wird jedoch vielfach nicht eingehalten.

jpz/AFP/dpa



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