Venezuelas Präsident Maduro geht von Auftragsmord an Schönheitskönigin aus

Der Mord an der früheren Schönheitskönigin Monica Spear schockiert Venezuela - und provoziert eine Debatte über die alltägliche Gewalt in dem Land. Die Polizei hat inzwischen sieben Verdächtige verhaftet, Präsident Maduro glaubt an einen Auftragsmord.

Demonstration in Caracas: Intellektuelle fordern Schutz vor Gewaltverbrechen
AP/dpa

Demonstration in Caracas: Intellektuelle fordern Schutz vor Gewaltverbrechen


Caracas - Der Mord an der Ex-Schönheitskönigin Monica Spear und ihrem britischen Freund hat Venezuela aufgerüttelt: Hunderte Schauspieler und Autoren demonstrierten am Mittwoch in der Hauptstadt Caracas, um besseren Schutz vor Gewaltverbrechen zu fordern.

Spear, ihr Freund Thomas Henry Berry und deren fünfjährige Tochter waren am Montagabend auf einer Autobahn gewaltsam gestoppt worden. Unbekannte erschossen Spear und Berry, ihre Tochter überlebte mit einer Schusswunde im Bein.

Sieben Verdächtige hat die venezolanische Polizei bereits festgenommen, einige davon minderjährig. Die Mörder seien höchstwahrscheinlich Auftragskiller, teilte Präsident Nicolás Maduro mit. Darauf weise ihr Vorgehen hin.

Das Verbrechen lässt Maduro für einen Moment sogar mit seinem schärfsten politischen Konkurrenten zusammenrücken: Oppositionsführer Henrique Capriles. Zum ersten Mal seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im April 2013 reichten sich Maduro und Capriles die Hand. Gemeinsam wollen sie nun ein "Gesetz zur nationalen Befriedung" erarbeiten.

Entführungen und Morde sind in Venezuela Alltag, auch Prominente sind oft betroffen. Laut der Nichtregierungsorganisation "Venezolanische Gewaltbeobachtung" bleiben neun von zehn Mordfällen ungelöst. Die Mordrate in dem südamerikanischen Land ist eine der höchsten der Welt.

ade/AP



insgesamt 8 Beiträge
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raber 09.01.2014
1. Mord als alltägliche Situation
Morde sind leider so etwas Alltägliches in Venezuela und vielen anderen lateinamerikanischen Ländern, dass ein Aufschrei nötig ist. Zum Beispiel entspricht die Mordrate Venezuelas, Honduras, Guatemalas und El Salvadors in jedem der Lander mindestens als ob in Deutschland jährlich ungefähr 60.000 Personen ermordet würden; dabei sin die sogenannten "Verschwundenen" nicht inbegriffen. Die Staaten schaffen es nicht die seit Jahren andauernde Situation zu überwinden und die Drogenbanden freuen sich über diese für einige Gruppen begünstigende Situation.
bitdinger 09.01.2014
2. Hölle statt Paradies
Jaja, das vermeintliche sozialistische Paradies. Der Sozialismus macht die Menschen agressiv.
waldemar 09.01.2014
3. Waren vermutlich ...
... die pösen, pösen USA, die Venezuela eine derart schöne Frau nicht gegönnt haben ...
caracho! 09.01.2014
4. Aufschrei
Schön, dass es mal einen Aufschrei gibt, aber die blanken Zahlen (knapp 25000 Morde pro Jahr) spiegeln nicht mal annähernd die wirkliche Situation wieder. Nachts auf den Strassen zu sein, ist allgemein lebensgefährlich, vor allem um Caracas, und selbst tagsüber nur mit gründlich gechecktem Auto, vollem Tank, geladenen Handy und der Glock geladen unterm Sitz - jeder der annähernd wohlhabend aussieht, ist potenzielles Opfer. Ein Blackberry in der Hand reicht schon, googelt das mal, da gibts sogar Videos, wie jemand für einen BB erschossen wird - trotzdem wurde der Täter nie gefasst. Die Polizei ist entweder beteiligt oder komplett desinteressiert und unfähig, ein Verbrechen aufzuklären. Wenn die Familie nicht reich oder mit Einfluss ist und so bezahlt oder politischen Druck macht, passieren meist erst gar keine Ermittlungen. Und jetzt verhaften sie innerhalb eines Tages 5 Leute? Das wusste die Polizei schon zuvor, behaupte ich mal, vermutlich hat die Bande die Leute geschmiert, um ihre Falle dort ungestört aufbauen zu können. Das ist üblich und geht so weit, die Tatwaffe von der Polizei zu mieten...... Armes reiches Venezuela......
garfield 09.01.2014
5.
Zitat von bitdingerJaja, das vermeintliche sozialistische Paradies. Der Sozialismus macht die Menschen agressiv.
Ihnen geht's heut nicht so gut, stimmt's? Falls es für Sie neu ist: Armut ist einer der Nährböden für Gewalt(verbrechen). Und bekanntlich gibt's im Kapitalismus ja keine Armen, da er ja die Bereicherung ALLER im Sinn hat. Übrigens: Verglichen mit den Ostblockländern vor 25 Jahren müssen die USA damals wie heute ein sehr sozialistisches Land sein, wenn man die Raten der Gewaltverbrechen vergleicht.
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