Mordserie an Schwarzen in Oklahoma Angeklagte bekennen sich "nicht schuldig"

Zwei Weiße sollen in Oklahoma aus rassistischen Motiven mehrere Schwarze getötet und weitere verletzt haben. Bei der Anklageverlesung bekannten sich beide "nicht schuldig". Sollten sie verurteilt werden, droht ihnen lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

REUTERS

Washington - Jacob Carl England und Alvin Lee Watts waren am Montag per Video zur Anklageverlesung im Bezirksgericht von Tulsa County zugeschaltet. Sie befinden sich seit ihrer Festnahme am Ostersonntag im Gefängnis. Die 19 und 33 Jahre alten Männer sollen am 6. April aus rassistischen Motiven in einer überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil von Tulsa willkürlich auf Schwarze geschossen und dabei drei Menschen getötet sowie zwei weitere verletzt haben.

Richter William Hiddle hatte den Männern zwei Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. Die beiden weißen Tatverdächtigen bekannten sich "nicht schuldig". Die bereits am Freitag erhobene Anklage lautet auf dreifachen Mord und zweifachen versuchten Mord.

Zugleich wird den Männern fünffache "vorsätzliche Einschüchterung" angelastet, weil sie offenbar aus rassistischen Motiven handelten. Die Mordserie hatte in den USA Abscheu und Empörung ausgelöst. Allein bei einem Schuldspruch wegen Mordes drohen den Tatverdächtigen eine lebenslange Haft- oder sogar die Todesstrafe. "Vorsätzliche Einschüchterung" kann laut Gesetz in Oklahoma mit bis zu einem Jahr Haft und einer Geldstrafe von 1000 Dollar geahndet werden.

Den Behörden zufolge soll England sich für den Mord an seinem Vater durch einen Schwarzen vor zwei Jahren haben rächen wollen. Der Selbstmord seiner Freundin im Januar habe ihn zusätzlich aus der Bahn geworfen, hieß es. Anonyme Anrufer beschrieben den Tatverdächtigen der Polizei als Rassisten, der Schwarze hasse und angekündigt haben soll, er werde "bei einer Schießerei mit der Polizei sterben, wenn es sein soll".

Laut Staatsanwaltschaft sollen beide Angeklagten bei der polizeilichen Vernehmung ihre Verwicklung in die Taten eingestanden haben. Für den 30. Mai ist eine gerichtliche Anhörung angesetzt. Dabei werde geprüft, ob die Beweise für die Eröffnung eines Prozesses ausreichten.

ala/dpa

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