Verdächtige Tasche in Bonn: Polizei startet Großfahndung nach Bombenlegern

Die Polizei hat nach dem Fund einer verdächtigen Tasche im Bonner Hauptbahnhof eine Großfahndung eingeleitet. Die Tasche enthielt "zündfähiges Material". Laut "Bild"-Zeitung stehen zwei Salafisten unter dringendem Tatverdacht.

Foto der Polizei Köln: Diese verdächtige Tasche führte zu einem Großeinsatz der Ermittler Zur Großansicht
DPA/ Polizei Köln

Foto der Polizei Köln: Diese verdächtige Tasche führte zu einem Großeinsatz der Ermittler

Bonn - Der Bombenalarm auf dem Bonner Hauptbahnhof könnte offenbar einen islamistischen Hintergrund haben. Zwei Salafisten stünden unter dem dringenden Verdacht, die Bombentasche am Bonner Hauptbahnhof deponiert zu haben, berichtet die "Bild"-Zeitung. Zwei Schüler hätten die Islamisten auf Fotos identifiziert. Die Männer seien der Polizei als terroristische Gefährder bekannt. Nach ihnen werde bundesweit gefahndet, hieß es weiter.

Die Bonner Staatsanwaltschaft und die Polizei wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. "Diese Information ist definitiv nicht von uns", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Die Angaben in dem Artikel würden nun behördenintern abgeklärt. "Wir sind in unseren Ermittlungen ganz offen", so der Beamte. "Wir sind mit keiner Beschreibung nach draußen gegangen." Seit Montagabend läuft die Fahndung, ein Großalarm wurde ausgelöst.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird eine Staatsschutzabteilung des Bundeskriminalamts im Laufe des Tages die Ermittlungen übernehmen.

Spezialisten untersuchen die Tasche

Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sich in der am Montag an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs entdeckten Tasche "zündfähiges Material" befunden hatte. Unklar ist allerdings noch, ob die Konstruktion auch explosionsfähig war. In dem Gepäckstück befanden sich demnach Metallbehälter. Spezialisten zerstörten das Gepäckstück vor Ort durch Beschuss mit einem Wasserstrahl, anschließend begannen Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts mit der Untersuchung der einzelnen Teile.

Der Kölner Polizeisprecher betonte, es sei viel zu früh, um zu sagen, ob der Vorfall in Bonn in irgendeinem Zusammenhang zu anderen Funden stehe. Im September war an einer S-Bahn-Strecke in der Innenstadt von Dortmund ein verdächtiges Metallteil gefunden worden. Auch damals rückten Sachverständige von Landeskriminalamt und Bundespolizei an. Ein Sprecher der Dortmunder Polizei sagte am Dienstag, das Teil sei an einem sicheren Ort gesprengt worden. Ob es gefährlich gewesen sei, könne er nicht sagen.

Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, bat die Bevölkerung um Aufmerksamkeit bei verdächtigen Gegenständen. "Wir müssen leider immer wieder damit rechnen, dass so etwas gerade an Bahnhöfen passieren kann", sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. "Deutschland ist nach wie vor ein Angriffsziel von dem ein oder anderen Terroristen. Deswegen bitte ich auch wirklich alle, wenn Sie so eine Tasche, einen Koffer sehen, lieber einmal mehr anzurufen, als auf einen Anruf zu verzichten."

wit/jdl/dpa/AFP/dapd

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