Sexuelle Gewalt gegen Touristin: Vergewaltigte Schweizerin will Ermittlern helfen

Tatverdächtige nach Verhaftung: Anklage wegen Gruppenvergewaltigung Zur Großansicht
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Tatverdächtige nach Verhaftung: Anklage wegen Gruppenvergewaltigung

Eine Schweizerin wurde von mehreren Männern vergewaltigt, ihr gefesselter Ehepartner musste zusehen: In Indien sind sechs Verdächtige einem Gericht vorgeführt worden. Sie sollen sich an der Touristin vergangen haben. Die Frau will vorerst in Indien bleiben und die Ermittlungen unterstützen.

Neu-Delhi - Nach dem Überfall auf eine Schweizer Touristin im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh sind sechs Verdächtige einem Gericht vorgeführt und der Gruppenvergewaltigung angeklagt worden. Die Richter habe angeordnet, die Männer mindestens bis Dienstag in Gewahrsam zu halten, sagte ein Polizeisprecher. Die Verdächtigen und die bei der Tat geraubten Gegenstände seien von dem Opfer und ihrem Ehemann bislang noch nicht identifiziert worden.

Die Schweizer Botschaft teilte mit, das Ehepaar habe am Sonntag die Hauptstadt Neu-Delhi erreicht. Beide seien bereit, bei der Identifizierung und der Untersuchung des Falls zu helfen. Die Frau und ihr Mann bleiben der Botschaft zufolge zunächst in Indien. Das Ehepaar sei nach der Ankunft in Neu-Delhi medizinisch versorgt worden und erhole sich.

Indiens Tourismusminister versicherte dem Schweizer Botschafter, das Opfer werde Gerechtigkeit erfahren. Die Regierung müsse zudem mehr tun, um sicherzustellen, dass sich Touristen bei lokalen Behörden melden, wenn sie in abgelegene Gebiete gehen.

Ehemann musste die Tat ansehen

Die 39-jährige Schweizerin war den Ermittlern zufolge in der Nacht zum Samstag von mehreren Männern vergewaltigt und ausgeraubt worden. Ihr von den Tätern gefesselter Ehemann musste die Tat ansehen. Es ist unklar, ob sich die Angeklagten vor Gericht schuldig bekannten. Laut Polizei hatten sie die Vergewaltigung aber bei Befragungen zugegeben.

Die beiden Schweizer waren per Fahrrad auf dem Weg nach Agra, wo sich das berühmte Taj Mahal befindet. Fünf Kleinbauern wurden der Polizei zufolge in Madhya Pradesh festgenommen, ein sechster Verdächtiger wurde im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh gefasst.

Im vergangenen Monat hatte die Schweizer Regierung einen Reisehinweis für Indien herausgegeben. Darin wurde vor einer steigenden Zahl von Vergewaltigungen und anderen Sexualstraftaten gewarnt.

Die Tat ereignete sich nur wenige Wochen nachdem die brutale Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Inderin weltweit für Empörung gesorgt hatte. Im Dezember hatten sechs Männer die Frau in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange gequält und schließlich aus dem fahrenden Bus geworfen. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie Tage später starb. Die mutmaßlichen Täter stehen vor Gericht. Nach der Vergewaltigung der 23-Jährigen hatte die indische Regierung die Strafen für Vergewaltiger verschärft.

ulz/dpa/AFP/AP

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Hauptstadt: Neu-Delhi

Staatsoberhaupt:
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