Neu-Delhi - Die Anwälte der mutmaßlichen Vergewaltiger einer 23-jährigen Inderin haben mit mehreren Anträgen den Prozessbeginn verzögert. Der Anwalt V. K. Anand sagte nach einer Anhörung, er strebe eine Untersuchung über die ärztliche Entscheidung an, die lebensgefährlich verletzte Frau in ein Krankenhaus nach Singapur auszufliegen. Zwei weitere Verteidiger beklagten eine unvollständige Anklageschrift.
Die Studentin war am 16. Dezember in Neu-Delhi in einem fahrenden Bus von mehreren Männern vergewaltigt und mit Eisenstangen gefoltert worden. Sie starb kurz nach ihrer Ankunft in der Spezialklinik in Singapur. Die nächste Anhörung im Vorverfahren gegen die fünf volljährigen Beschuldigten soll am Donnerstag stattfinden.
Der öffentliche Druck in dem Fall ist so groß, dass den Behörden an einer schnellen Prozesseröffnung gelegen ist. Doch erst wenn alle Fragen im Vorverfahren geklärt sind, kann der Fall an ein Schnellgericht übergeben werden und der eigentliche Prozess beginnen. Bei dem sechsten Tatverdächtigen steht noch immer nicht fest, ob er mindestens 18 Jahre ist. Den fünf älteren Angeklagten droht die Todesstrafe.
Anwalt A. P. Singh, der nach eigenen Angaben mehrere Beschuldigte vertritt, beklagte unvollständige Unterlagen. Er verlangte, die Polizei müsse alle relevanten Dokumente zur Verfügung stellen. Auch stellte er den Antrag, die Angeklagten von ihren Handschellen zu befreien, da bei ihnen keine Selbstmordgefahr bestehe.
Verteidiger Manohar Lal Sharma erklärte, die Justiz solle die Anklageschrift in die Landessprache Hindi übersetzen. Die Polizei habe ihnen die Papiere nur auf Englisch übergeben, das ihre Klienten nicht verstünden. Außerdem erhob Sharma erneut den Vorwurf, sein Mandant sei auf Geheiß der Polizei von anderen Gefängnisinsassen misshandelt worden.
Die Richterin habe angeordnet, die Gefängnisaufsicht solle die Sicherheit der Angeklagten sicherstellen und täglich überprüfen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht, da das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagte und weder die Richterin noch ein Sprecher zur Anhörung Stellung nahmen.
ulz/dpa
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