Vergewaltigung in Neu-Delhi: Mutmaßliche Täter kommen vor ein Schnellgericht
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Vergewaltiger der Studentin aus Neu- Delhi wird an ein Schnellgericht übergeben. Solche Gerichte waren erst vor kurzem, als Reaktion auf die grausame Tat, eingerichtet worden. Das Urteil in einem anderen Fall zeigt, dass die Angeklagten kaum mit Milde rechnen können.
Neu-Delhi - Den fünf mutmaßlichen Vergewaltigern einer 23-jährigen Studentin wird vor einem der neu eingerichteten Schnellgericht der Prozess gemacht. Ein Richter gab bekannt, dass die erste Anhörung am 21. Januar stattfinden soll.
Die Studentin war am 16. Dezember auf grausame Weise misshandelt worden, sie starb wenig später an ihren schweren Verletzungen. Die Täter hatten sie in einem Bus vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert. Der Fall hatte in Indien eine Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Eine erste Reaktion war, Schnellgerichte einzusetzen, vor denen Gewalttaten gegen Frauen verhandelt werden sollen.
Am Mittwoch war das erste Urteil eines solchen Gerichts gesprochen worden: Es verurteilte in Neu-Delhi einen Sexualstraftäter zum Tod. Er hatte im April 2011 eine Dreijährige vergewaltigt und getötet. Der Richter hatte bei der Urteilsverkündung gesagt: "Solche Personen sind eine Bedrohung für die Gesellschaft, sie verdienen keine Milde."
Das Schnellgericht hatte den Prozess in nur zehn Tagen abgeschlossen.
Die Regierung in Neu-Delhi baut offenbar in großem Stil auf die neuen Verfahren: Einem Zeitungsbericht zufolge will sie 2000 neue Richter für Schnellgerichte einstellen. Die Zahl der Richter an erstinstanzlichen Gerichten solle dafür von landesweit 18.000 auf 20.000 gesteigert werden, berichtete die "Times of India" am Donnerstag. Das Justizministerium habe den Regierungen und Hohen Gerichten der Bundesstaaten eine entsprechende Anordnung erteilt.
bim/AP/dpa
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