Falscher Vorwurf gegen Flüchtlinge 21-Jährige erfindet Vergewaltigung

Eine Frau aus Thüringen behauptete, von drei Asylbewerbern missbraucht worden zu sein. Bei einer Vernehmung gestand sie dann, die Tat erfunden zu haben. Die Polizei vermutet ausländerfeindliche Hintergründe.


Eine 21-Jährige aus dem thüringischen Sonneberg hat eine Vergewaltigung erfunden. Die vermeintliche Straftat wollte sie Asylbewerbern anhängen. Dafür habe sie sich an die Polizei gewandt und behauptet, von drei Flüchtlingen angegriffen und sexuell missbraucht worden zu sein, sagte eine Polizeisprecherin.

Später habe die 21-Jährige in einer Befragung aber gestanden, sich das Ganze nur ausgedacht zu haben. Zum genauen Motiv wollte die Sprecherin nichts sagen, allerdings liege ein ausländerfeindlicher Hintergrund nahe. Über den Fall hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte eine 29-Jährige in Dresden behauptet, von zwei südländischen Männern überfallen und vergewaltigt worden zu sein. Die Polizei fahndete daraufhin mit Phantombildern nach den Tätern. Die Pegida-Bewegung nahm den Fall als Beleg für die kriminelle Gefahr, die angeblich von Flüchtlingen ausgehe.

Die Falschaussage flog einige Wochen später auf, als die Frau mit Ungereimtheiten konfrontiert wurde. Sie gab für ihr Verhalten keine Gründe an. Ein fremdenfeindliches Motiv sei aber auszuschließen, sagte damals der Polizeisprecher. "Die Gründe sind in der Persönlichkeit der Frau zu suchen."

lba/dpa



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