Vergewaltigungsprozess: Tag der Abrechnung für Kachelmanns Anwälte

Von , Mannheim

Jörg Kachelmanns Verteidigerin Andrea Combé ist eine exzellente Anwältin - der Dienstag war ihr Tag. Präzise und scharfsinnig nahm sie die Anklage auseinander, bis nichts übrig blieb. Beweise? Mitnichten.

Die Staatsanwaltschaft, wieder mit drei Mann vertreten, schien von Stunde zu Stunde mehr in sich zusammenzusinken. Als ob mit einem Mal alle Luft entwichen wäre. Keiner der Herren in den schwarzen Roben mit Samtkragen lachte, es wurde nicht geflüstert, niemand schüttelte den Kopf, keiner schrieb mit oder zeigte sonst irgendeine Bewegung. Wie gelähmt saßen sie da, mit versteinerten Gesichtern, Werner Mägerle etwas gelöster vielleicht als die Herren Oltrogge und Gattner. Doch Mägerle hatte mit der Sache ja auch relativ wenig zu tun gehabt.

Die Nebenklägerin hatte ihren Stuhl so gedreht, dass sie keinem Blick Kachelmanns, der oft zu ihr schaute, oder seiner Verteidiger hätte begegnen müssen. Ihr Anwalt, von massiger Gestalt, im rechten Winkel vor ihr, gewährte zwar ihren Augen Zuflucht. Doch vor dem, was sie zu hören bekam, konnte auch er sie nicht schützen. Als sie am Ende den Saal verließ, schien sie kurz zu schwanken. Es muss die Hölle für sie gewesen sein.

Der Saal im Mannheimer Gerichtsgebäude war voller als bei den Plädoyers der Staatsanwaltschaft. Fast alle, die über Anklage und Prozess gegen Jörg Kachelmann je berichtet hatten, waren anwesend. Es fand nämlich die große Abrechnung mit all jenen statt, die sich bis zuletzt siegesgewiss an einer weiteren Beschädigung des Angeklagten gelabt hatten.

Andrea Combé ist eine exzellente Strafverteidigerin. Sie macht nicht viel Wind um sich. Aber jetzt war ihr Tag. Sie denkt logisch und scharfsinnig, und sie arbeitet mit der Gründlichkeit und Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks. Jeder Satz ihres Plädoyers bewies dies.

Gut sah die Staatsanwaltschaft nicht aus

Frau Combé hatte die Aufgabe übernommen, sich zunächst mit der Konstellation "Aussage gegen Aussage" zu beschäftigen und jeweils zu prüfen, ob die Beweismittel, über die die Kammer seit Monaten verhandelte, irgendeinen Tatbezug haben und die Belastungsaussage der Nebenklägerin stützen könnte. Sie ließ nichts unter den Tisch fallen, sie wich nicht aus und deutete vor allem Aussagen von Sachverständigen nicht einfach um, wenn es ihr vielleicht anders besser ins Konzept gepasst hätte. Eine solche nüchterne und stringente Auseinandersetzung mit dem Ergebnis der Hauptverhandlung hätte man sich von der Staatsanwaltschaft gewünscht.

Sie setzte sich mit den Beweismitteln zwar "aus der Sicht der Verteidigung" auseinander. Das bedeutete aber nicht, dass sie aus Schwarz Weiß machte oder Taschenspielertricks anwandte. Was sie etwa aus Sachverständigengutachten zitierte, stimmte überein mit dem, was man über die Monate als Beobachter sehen und vor allem hatte hören können.

Wenn sie am Ende in einer Gesamtwürdigung der Beweisergebnisse zu dem Schluss kam, der von der Staatsanwaltschaft erhobene Vergewaltigungsvorwurf gegen den Angeklagten lasse sich nicht bestätigen und es gebe keine Punkte, die die Anschuldigungen der Nebenklägerin belegten, dann sagte sie dies nicht einfach ins Blaue hinein. Sie hatte zuvor jeden Punkt sauber erörtert. Nichts von wegen "für uns nicht vorstellbar" oder "völlig ausgeschlossen" oder "überhaupt nicht denkbar". Sie trug keine freihändig entwickelten Rückschlüsse vor, die sich nicht beweisen lassen. Sondern sie hielt sich streng an das Für und Wider des einzelnen Beweismittels und scheute auch nicht, einen "Null-Befund", der sich weder für noch gegen ihren Mandanten verwenden ließ, zu erwähnen.

Gut sah die Staatsanwaltschaft nicht aus, je weiter das Plädoyer fortschritt. Zum Beispiel, als Frau Combé auf das viel zitierte angebliche Tatmesser kam. Am Griff ein "Null-Befund", wie es der Sachverständige vom Landeskriminalamt am 21. Dezember vorgetragen hatte. Am Messerrücken keinerlei DNA der Nebenklägerin, obwohl diese darauf bestanden hatte, die Klinge mit großem Druck über lange Zeit an ihrem Hals gefühlt zu haben. Die Messerschneide schied laut Aussage aller Rechtsmediziner aus. Ein Nachweis der angeklagten Tat sei also mit dem Messer nicht zu führen.

"Die Staatsanwaltschaft stellt dies einfach auf den Kopf", kritisierte Frau Combé. Es gebe auch keinerlei Wischspuren an dem Messer - womit die Staatsanwaltschaft den auffälligen Mangel an DNA-Spuren zu erklären versucht hatte. Resümee: "Die These der Staatsanwaltschaft ist wissenschaftlich völlig ausgeschlossen", so Combé. Keine einzige Spur am Messer stützte die Aussage der Nebenklägerin, im Gegenteil. Ein belastendes Beweismittel sei das Messer keinesfalls.

Dabei sei Kachelmann ein guter Spurengeber, wie man an dem Rückholfaden des Tampons erkennen könne, den der Angeklagte in der Nacht der angeblichen Tat beseitigte und an dem ein vollständiges DNA-Muster Kachelmanns gefunden wurde. Am Weinglas, so Combé, waren Spuren Kachelmanns und der Frau. In seiner Aussage vor dem Haftrichter schilderte der Angeklagte, dass man aus einem Glas getrunken habe. Ein Beweis für die Belastungsanzeige? Mitnichten.

Keine Spuren am Strickkleid, nirgends Belastendes

Keine Spuren am Strickkleid, keine am Slip, nirgends Belastendes. Die Hämatome, die Hautkratzer - alles kann sich die Frau selbst beigebracht haben. Zum Gutachter der Staatsanwaltschaft hatte sie laut Combé gesagt, möglicherweise seien die blauen Flecken beim Aufräumen entstanden, nachdem Kachelmann die Wohnung verlassen hatte. "Eine abenteuerliche Mutmaßung ohne jeden Beweiswert", so das Fazit der Verteidigerin.

So gründlich wie mit den Sachbeweisen setzte sich Frau Combé auch mit den aussagepsychologischen Gutachten über die Nebenklägerin auseinander. Ergebnis: Es bleibe bei der Konstellation Aussage gegen Aussage. Und darüber zu entscheiden, das sei die Sache des Tatgerichts.

Für die Entscheidung des Gerichts interessant dürfte gewesen sein, was die Verteidigerin zu den Erinnerungslücken der Nebenklägerin während des eigentlichen angeblichen Tatgeschehens sagte. Auf der einen Seite will sich die Frau nicht an Schmerzen erinnern und wie es zu den großen Hämatomen an ihren Oberschenkeln kam. Laut Staatsanwaltschaft soll ja der Angeklagte der Verursacher gewesen sein. Andererseits will sie sich an die Entfernung des Tampons durch Kachelmann genau erinnern. Wie kann das sein? Keine Erinnerung an die brutale Attacke, aber Erinnerung an das sanfte Herausziehen? "Also war ihre Schmerz-Sensorik nicht eingeschränkt!" folgerte die Verteidigerin.

War die Frau vielleicht schockiert durch sein Geständnis, noch andere Frauen zu haben? "Sie recherchierte schon monatelang hinter einer Nebenbuhlerin her!" Sie sei auch nicht völlig durcheinander gewesen: "Sie stellte sehr rationale Überlegungen an, wie sie ihre Glaubwürdigkeit stärken könne. Sie bereitete die Anzeige bei der Polizei strategisch vor!" Ergebnis: Die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung geforderten Mindestanforderungen an eine Belastungsaussage lägen hier nicht vor.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer die Frage aufgeworfen, warum die Frau, wenn sie denn gelogen habe, nicht "besser" log. "Wenn sie einen erfundenen Vorwurf hätte besser schildern können, bei ihrer Intelligenz, dann doch umso mehr einen wahren!" entgegnete Frau Combé.

"Hohe kriminelle Energie"

Als die Verteidigerin schließlich zur Manipulationsfähigkeit der Nebenklägerin kam, wurde es ganz still im Saal. Nur eine Frau konnte so offen, aber wiederum auch nicht verletzend dazu Stellung nehmen, wie Combé es tat. Am Ende aber sprach dann doch wieder die Strafverteidigerin aus ihr: "Wenn ein Beschuldigter derart Lügen erfände, sie aufrechterhielte und mit so großer Umsicht vorginge, spräche man von 'hoher krimineller Energie'." Das Gericht müsse sich schon fragen, ob es dieser Zeugin glauben wolle, mit der ein Tatnachweis nicht zu führen sei.

Dass Wahlverteidiger Johann Schwenn seiner Kollegin das überaus wichtige Feld der Beweiswürdigung überließ, spricht für seine Loyalität. Er rechnete erwartungsgemäß mit der "blinden" Mannheimer Staatsanwaltschaft ab, sprach gar von einem "Totalausfall" in diesem Prozess. Der "Gipfel des Abstoßenden" sei erreicht worden, als die Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die erheblichen Beschädigungen Kachelmanns durch die Medien eine Strafmilderung vorschlug - Beschädigungen, an denen sie selbst nicht wenig Anteil hatte.

Schwenn rechnete mit dem Anwalt der Nebenklägerin ab und vor allem mit den Zeuginnen, die sich vor ihrer Aussage vor Gericht an eine Illustrierte verkauft hatten. "Echtes Leiden verkauft man nicht!", so Schwenn.

Jeder Familienvater, der Frau und Kinder wegen einer Jüngeren verlasse, richte mehr Schaden an als sein Mandant. Die "Lausemädchen" hätten schließlich gewusst, worauf sie sich einließen, nämlich auf eine "monothematische" Beziehung - also Sex.

Ein solches Verfahren könne nicht einfach mit Freispruch "erledigt werden", resümierte Schwenn. Und der falsche Vorwurf einer Vergewaltigung dürfe nicht ohne Folgen erhoben werden. Da kommt auf die Nebenklägerin möglicherweise noch einiges zu.

Das Urteil wird für den 31. Mai erwartet.

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1. in dubio pro reo
daniellaun 24.05.2011
Es gibt einfach keine Beweise, an hand derer man Kachelmann verurteilen könnte. Es steht Aussage gegen Aussage. Mag sein, dass er es getan hat, mag sein dass sie ihn zu unrecht beschuldigt und alles nur erfunden hat. Wie auch immer, es wird nur Verlierer geben, egal wie das Urteil lauten wird. Gegen eine Verurteilung spricht alleine schon die Anzahl der Gutachter und Sachverständigen, die zum Prozess geladen wurden. Hätte Kachelmann die Tat begangen, hätte es auch Spuren geben müssen. Da aber keine gefunden wurden, war er entweder so klug alle zu beseitigen (was fast nicht möglich ist) oder er ist unschuldig. Um festzustellen, dass eine Vergewaltigung statt gefunden hat, braucht man weder 80 Verhandlungstage, noch dutzende von Gutachtern.
2.
s.s.t. 24.05.2011
Sicherlich ein heftiger, ein emotionaler (und daher nicht in allen Punken ein sachlicher) Bericht. Frau Friedrichsen hat aber zahlreiche wesentliche Aspekte auf den Punkt genau herausgearbeitet. Kompliment!
3. Andrea Combé
freiewählerberlin 24.05.2011
... hatte keinen leichten Job: Das Hauptverfahren dauerte wegen der kritikwürdigen Prozessleitung durch den Vorsitzenden viel zu lange: http://berlin2011.wordpress.com/2010/12/22/paukenschlag-im-kachelmann-prozess-bleibt-aus/
4. Wohltuend
Freibeutler 24.05.2011
Welch ein wohltuender Berict im Vergleich zu den Hass-Tiraden von Alice Schwarzer http://tinyurl.com/3nz4u35 . Bei diesem Gericht befürchte ich dennoch eine Verurteilung Kachelmans nach dem Motto: Freie Beweiswürdigung - aus dem Inbegriff der Hauptverhandlung, Bla-Bla
5. Ich habe selten
spawn478 24.05.2011
... so einen unfähigen Staatsanwalt gesehen wie Oltrogge. Das war kein Strafverfahren mehr, das war ein persönlicher Feldzug. Mich würds nicht wundern, wenn seine Frau/Freundin oder jemand ihm Nahestehendes Opfer einer Vergewaltigung wurde und er Kachelmann nun stellvertretend am Galgen baumeln sehen wollte. Dazu die beschämenden Artikel einer Alice Schwarzer, die sich ebenfalls hat instrumentalisieren lassen und jegliche rechtsstaatlichen Grundsätze wie die Unschuldsvermutung vermissen hat lassen. Verlierer sind die echten Vergewaltigungsopfer. Denen hat Frau D. einen echten Bärendienst erwiesen. Ich hoffe sie wird in zwei bis drei Jahren dazu verurteilt, bis an ihr Lebensende den Schadenersatz für Kachelmann zu zahlen.
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Causa Kachelmann
Ein Prozess, sieben Fragen: Im Fall Kachelmann muss jetzt das Gericht klären, ob der Moderator tatsächlich seine ehemalige Freundin vergewaltigt hat. Das Verfahren reicht weit über den Gerichtssaal hinaus. SPIEGEL ONLINE gibt Antworten auf sieben zentrale Fragen rund um den Fall.
Chronik
20. März 2010 - Festnahme
Jörg Kachelmann, Meteorologe, Moderator und Schweizer Staatsbürger, wird nach seiner Rückkehr aus Kanada am Frankfurter Flughafen festgenommen. Er gehörte zum Team der ARD bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Kachelmann soll seine Ex-Freundin in der Nacht zum 9. Februar vergewaltigt haben.
22. März 2010 - Gegenklage
Kachelmanns Anwalt weist die Vergewaltigungsvorwürfe als "frei erfunden" zurück. Der Moderator kündigt an, "wegen falscher Anschuldigung" Klage zu erheben. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft besteht jedoch dringender Tatverdacht.
23. März 2010 - Unschuldbeteuerung
Kachelmann beteuert seine Unschuld: "Er hat die ihm vorgeworfene Tat nicht begangen", teilen seine Kölner Anwälte auf ihrer Web-Seite mit.
24. März 2010 - Beim Haftrichter
Bei einem Termin beim Haftrichter in Mannheim bestreitet der TV-Wetterexperte die Vergewaltigung erneut. Der Haftrichter entscheidet jedoch, dass er vorerst in Untersuchungshaft bleiben muss. Kachelmann ruft wartenden Reportern zu: "Ich bin unschuldig."
27. März 2010 - Soko Flughafen
Nach Informationen des SPIEGEL war die Festnahme des Moderators von langer Hand geplant: Eine "Soko Flughafen" hat die Aktion drei Wochen lang vorbereitet, um möglichst wenig Aufsehen zu erregen.
4./5. Mai 2010 - Neue Ermittlungen
Kachelmanns Anwalt beantragt, den Haftbefehl aufzuheben. Eine Entscheidung darüber vertagt der Haftrichter jedoch. Zunächst müssten weitere Ermittlungsergebnisse vorliegen.
15. Mai 2010 - Korrektur der Vorwürfe
Nach Informationen des SPIEGEL hat die Ex-Freundin des Schweizers einen Teil ihrer Anschuldigungen zurückgenommen. Den Vorwurf der Vergewaltigung hält sie aufrecht.
17. Mai 2010 - Anklageerhebung
Die Mannheimer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und Körperverletzung.
2. Juni 2010 - Entlastende Gutachten
In einem Gutachten zur Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers kommt die Bremer Psychologin Luise Greuel zu dem Schluss, dass die Schilderung der Vergewaltigung nicht die Mindestanforderungen an die logische Konsistenz, Detaillierung und Konstanz erfülle. Das mutmaßliche Opfer könne die Tat selbst bei eingehender Befragung nur vage und oberflächlich wiedergeben. Es würden auch Sachverhalte dargestellt, die handlungstechnisch unwahrscheinlich bis unmöglich seien.
15. Juni 2010 - Haftbefehl bleibt
Das Landgericht Mannheim teilt mit, dass die Strafkammer erst später über den Antrag von Kachelmanns Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls entscheiden werde. Es müsse erst noch eine weitere Stellungnahme des Verteidigers geprüft werden.
25. Juni 2010 - Neuer Haftprüfungstermin
Das Landgericht Mannheim entscheidet, dass am 2. Juli ein Haftprüfungstermin stattfinden soll. Dabei werde auch Kachelmann erneut gehört.
29. Juni 2010 - Haftbeschwerde
Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock legt beim Oberlandesgericht Karlsruhe Haftbeschwerde ein. Damit fällt der Haftprüfungstermin am 2. Juli aus. Mit einer Entscheidung aus Karlsruhe wird Mitte Juli gerechnet.
1. Juli 2010 - Weiter in U-Haft
Das Landgericht Mannheim lehnt einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls ab. Kachelmann bleibt in Untersuchungshaft.
29. Juli 2010 - Entlassung aus der U-Haft
Das Oberlandesgericht Karlsruhe ordnet an, dass Kachelmann sofort aus der Untersuchungshaft entlassen werden muss. Begründung: "Im derzeitigen Stadium des Verfahrens besteht kein dringender Tatverdacht mehr."
6. September 2010 - Beginn Hauptverhandlung
Erster Verhandlungstag im Kachelmann-Prozess: Das Mannheimer Landgericht muss klären, ob der Moderator tatsächlich eine Ex-Freundin vergewaltigt hat. Bei einer Verurteilung drohen dem Wetter-Moderator bis zu 15 Jahre Haft.
Prozessverlauf
Am 29. November 2010 gibt Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock sein Mandat an Johann Schwenn ab. Über die Gründe für diesen überraschenden Schritt schweigt er.
Der Prozess wird sich voraussichtlich länger hinziehen: Zunächst war der 21. Dezember 2010 als letzter Prozesstag vorgesehen, dann wurden bis Ende März 19 weitere Termine reserviert - und nun wird voraussichtlich bis Mai verhandelt. Der Grund: Die zuständige Kammer will mindestens noch an sechs Tagen verhandeln - im April wird es allerdings voraussichtlich keine Termine geben, da Kachelmann drei Wochen nach Kanada reist, um dort Kinder aus einer früheren Ehe zu besuchen. Der Besuch sei notwendig, da er ansonsten sein Besuchsrecht verliere, begründete die Verteidigung die Unterbrechung.