Vergewaltigungsvorwurf von Tochter Vater nach zwei Jahren Haft freigesprochen

Das Gericht hatte Zweifel an den Aussagen des angeblichen Opfers: In Kempten ist ein Vater vom Vorwurf freigesprochen worden, seine Tochter sexuell missbraucht zu haben. Der Mann saß bereits zwei Jahre im Gefängnis, weil er in erster Instanz zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Angeklagter im Landgericht Kempten: Freispruch von Vergewaltigungsvorwurf
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Angeklagter im Landgericht Kempten: Freispruch von Vergewaltigungsvorwurf


Kempten - Das Landgericht Kempten hat einen dreifachen Vater vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Er saß bereits seit zwei Jahren im Gefängnis. Seine älteste Tochter hatte ihn belastet, sie als Jugendliche über Jahre hinweg zum Geschlechtsverkehr genötigt zu haben. Deshalb war der Mann aus dem bayerischen Lindenberg im November 2012 in erster Instanz zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber wegen eines Verfahrensfehlers auf. Er rügte, dass die Glaubhaftigkeit der Aussagen des mutmaßlichen Opfers nicht hinreichend geprüft worden sei.

Eine andere Strafkammer des Kemptener Landgerichts sprach den 47-Jährigen nun frei. Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, sich in den Jahren 2006 bis 2011 in der Wohnung der Familie mehrfach an seinem Kind vergangen und es zudem körperlich misshandelt zu haben. Bei den ersten sexuellen Übergriffen soll die Schülerin zwölf Jahre alt gewesen sein.

Das Gericht hatte an den Vorwürfen erhebliche Zweifel, die vom Gutachten einer Psychologin gestützt wurden. Die Schilderungen der Belastungszeugin, die inzwischen 20 Jahre alt ist, seien "äußerst dürftig", zu pauschal und zum Teil auch widersprüchlich, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Sie habe Nebensächlichkeiten im Detail geschildert, sei auf Fragen zu den vorgeworfenen Vergewaltigungen aber ausgewichen. "Wenn wir Zweifel haben an der Täterschaft des Angeklagten, können wir keine Verurteilung aussprechen." Der Angeklagte hatte sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Das Urteil nahm der 47-Jährige regungslos entgegen.

wit/dpa



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