Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Amtsgericht München: Vermieter darf Mieter wegen lauter Sex-Schaukel kündigen

Jahrelang fühlten sich Nachbarn durch das nächtliche Treiben eines Anwohners gestört. Seine laut quietschende Sex-Schaukel brachte sie um den Schlaf. Die Vermieterin kündigte dem Mann - zu Recht, wie das Amtsgericht München entschied.

München - Nächtliche Sex-Spiele auf einer laut quietschenden Schaukel rechtfertigen die Kündigung eines Mieters. Das hat das Amtsgericht München entschieden (Az: 417 C 17705/13).

Ein Mann hatte in seiner Mietwohnung eine alte Kettenschaukel aufgehängt und diese nachts zu Sex-Spielen genutzt. Seine Aktivitäten verursachten jedoch einen erheblichen Geräuschpegel.

Nachbarn beschwerten sich massiv über die Lärmstörungen. Eine Anwohnerin erklärte, seit Dezember 2012 lärme der Mann drei- bis viermal pro Woche zwischen 22 Uhr und drei Uhr in seiner Wohnung. Es handele sich um quietschenden Lärm und um Lärm durch Fallenlassen und Schieben von Gegenständen.

Die Vermieterin mahnte den Mann ab. Als das nichts brachte, beendete sie das Mietverhältnis mit dem umtriebigen Mieter. Zu Recht, wie das Amtsgericht nun urteilte.

Nächtliche Lärmbelästigungen durch "sexuelle, sportliche und quietschende Geräusche" entsprächen weder dem normalen Mietgebrauch noch seien sie sozialadäquat. Sie müssten weder von den anderen Mietern noch von der Vermieterin hingenommen werden.

Das Urteil ist rechtskräftig. Damit muss der Mieter sein Apartment räumen.

gam/jur

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: