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Vermisste Studenten in Mexiko: DNA-Analyse widerlegt Regierungsermittlungen

Angehörige mit Plakaten: Keine Verbindung zwischen Knochenfunden und dem Verschwinden der Studenten Zur Großansicht
REUTERS

Angehörige mit Plakaten: Keine Verbindung zwischen Knochenfunden und dem Verschwinden der Studenten

Auf einer Mülldeponie im Süden Mexikos vermutete die Regierung Überreste von 43 vermissten Studenten. Jetzt ergab eine neue Untersuchung: Die dort gefundenen Knochenreste stammen nicht von den jungen Leuten.

Der Fall von 43 entführten und mutmaßlich getöteten Studenten in Mexiko bleibt rätselhaft: Mexikanische Ermittler hatten die Theorie verbreitet, die jungen Leute seien auf einer Mülldeponie im Süden des Landes verbrannt worden. Auf dem Terrain in der Nähe von Cocula im Bundesstaat Guerrero - von jeher ein Ort gewalttätiger Auseinandersetzungen - waren menschliche Überreste gefunden worden.

Argentinische Ermittler der Forschungsgruppe EAAF haben die Zähne und Knochenfragmente analysiert und jetzt die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis: Zwar habe man Überreste von 19 Personen im Alter zwischen 15 und 38 Jahren gefunden. Die DNA konnte aber nicht den vermissten Studenten zugeordnet werden.

"Das argentinische Forensik-Team hat keine wissenschaftlichen Beweise dafür gefunden, dass es eine Verbindung zwischen den Knochenfunden in Cocula und dem Verschwinden der Studenten gibt", sagte eine Sprecherin.

Die Analyse des EAAF ist bereits die zweite unabhängige Untersuchung, welche die Ermittlungsergebnisse der mexikanischen Regierung in Frage stellt. Im vergangenen Jahr hatte ein Team der Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) die offizielle Version ebenfalls in Zweifel gezogen.

Laut Staatsanwaltschaft wurden die jungen Leute von korrupten Polizisten entführt und dann einer lokalen Drogenbande übergeben. Die Mafiosi hätten die Studenten dann getötet und auf der Müllhalde verbrannt.

Die Studenten waren im September 2014 aus der Stadt Iguala verschwunden. Der Vorfall hatte international für Empörung gesorgt und ein Schlaglicht geworfen auf die massiven Menschenrechtsverletzungen, Entführungen und Morde in Mexiko, die fast nie geahndet werden. Die Korruption im Land ist beispiellos, die Zusammenarbeit von Teilen des staatlichen Sicherheitsapparates mit dem organisierten Verbrechen schon lange kein Geheimnis mehr.

Im südwestlichen Bundesstaat Guerrero liefern sich Mitglieder verschiedener Drogenbanden immer wieder heftige Auseinandersetzungen, oftmals mit vielen Toten. Seit dem Jahr 2007 sollen im Drogenkrieg der mexikanischen Kartelle mehr als 100.000 Menschen gewaltsam zu Tode gekommen sein.

ala/AP/Reuters

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