London - Das Verschwinden von April Jones hält Großbritannien seit Tagen in Atem. Nun ist der Tatverdächtige im Fall der vermissten Fünfjährigen wegen Mordes angeklagt worden. "Wir sind der Meinung, dass wir ausreichend Beweise gesammelt haben, um die Anklage voranzubringen", sagte Staatsanwalt Iwan Jenkins am Samstag bei einer Pressekonferenz im walisischen Aberystwyth. Der 46-Jährige soll am Montag einem Richter vorgeführt werden.
Nähere Hinweise zu den Beweisen und ob der Verdächtige ein Geständnis abgelegt hat, gaben die Ermittler nicht bekannt. Gegenstand der Anklage seien aber auch der Straftatbestand der Entführung und der Irreführung der Ermittlungsbehörden, so Jenkins.
Die Ermittlungen gehörten "zu den komplexesten und am schnellsten vorangetriebenen Untersuchungen in der Geschichte unserer Einsatzkräfte", sagte Polizeipräsidentin Jackie Roberts laut der Tageszeitung "Guardian".
Der Verdächtige war am Dienstag, einen Tag nach dem Verschwinden des Kindes, festgenommen worden. Er soll das Mädchen gekannt haben, seine eigenen Kinder sollen mit April befreundet gewesen sein. Der Mann war vor allem wegen seines Geländewagens in den Fokus der Ermittler geraten.
Die Fünfjährige war zuletzt am Montagabend in ihrem Wohnort Machynlleth in Wales dabei gesehen worden, wie sie in ein solches Fahrzeug stieg. Zuvor war sie in der Nähe ihres Hauses mit einem anderen Kind Fahrrad gefahren. Seitdem fehlt von April jede Spur, obwohl Hunderte Freiwillige und Polizisten nach ihr suchten.
Die Polizei hatte den Fokus der Untersuchung bereits am Freitag geändert und geht seitdem nicht mehr davon aus, das Kind noch lebend zu finden. Weiterhin seien jedoch zehn Spezialteams der Polizei unterwegs, um nach der Fünfjährigen zu suchen, sagte Polizei-Einsatzleiter Ian John.
wit/dpa/AFP
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