Vermisste Inga Ermittler befürchten Entführung von Fünfjähriger

Im Fall der seit Tagen vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt hält die Polizei eine Straftat für immer wahrscheinlicher. Die Suche in einem Waldgebiet wurde eingestellt, ein Ermittlungsverfahren wegen Entziehung Minderjähriger eingeleitet.

Vermisstes Mädchen: Die fünfjährige Inga aus Sachsen-Anhalt
DPA/Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

Vermisstes Mädchen: Die fünfjährige Inga aus Sachsen-Anhalt


Die Polizei hat die Suche nach der vermissten fünfjährigen Inga in einem Waldgebiet bei Stendal vorerst eingestellt. Stattdessen sollen die Ermittlungen der Kriminalpolizei intensiviert werden, wie ein Polizeisprecher in Magdeburg mitteilte. Die Beamten halten eine Straftat für immer wahrscheinlicher. Ein Verfahren wegen Entziehung Minderjähriger wurde eingeleitet.

Die 30-köpfige Ermittlungsgruppe "Wald" gehe allen Hinweisen aus der Bevölkerung nach, sagte der Polizeisprecher. Man habe aber "bislang nicht den Hauch einer Spur". Es seien weder Schreie gehört noch besondere Beobachtungen gemacht worden. Es gebe keine Fuß- oder Reifenspuren, keine Kampfspuren mit Tieren, keine verlorenen Gegenstände, keine abgeknickten Äste. Derzeit würden alle bisherigen Erkenntnisse ausgewertet, um weitere Ermittlungsansätze zu finden.

Das fünfjährige Mädchen war am Samstagabend im Stendaler Ortsteil Wilhelmshof verschwunden, wo es mit seiner Familie zu Besuch war. Die Polizei vermutet, dass das Kind beim Sammeln von Holz für ein Lagerfeuer verschwand. Je länger das Mädchen vermisst bleibe, desto wahrscheinlicher sei eine strafbare Handlung, sagte der Polizeisprecher. Es werde aber weiter in alle Richtungen ermittelt.

In den vergangenen vier Tagen hatten Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, DRK und THW sowie freiwillige Helfer ein rund 3500 Hektar großes Waldgebiet bei Wilhelmshof durchkämmt. Das Gebiet ist etwa so groß wie 5000 Fußballfelder. Auch Hubschrauber und insgesamt 40 Spezialhunde waren an der Suche beteiligt.

wit/dpa/AFP



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