Vermisste Madeleine: Neues Video zeigt "afrikanische Maddie"

Mehr als zwei Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine McCann haben Kinderschützer und die Eltern ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie das Mädchen heute aussehen könnte. Der eindringliche Appell an mögliche Mitwisser: "Es ist niemals zu spät, das Richtige zu tun."

London - Die Hoffnung stirbt zuletzt: Am Dienstag veröffentlichten Gerry und Kate McCann ein neues Video, das in Zusammenarbeit mit der britischen Kinderschutzorganisation Child Exploitation and Online Protection (Ceop) hergestellt wurde. Die Mutter der Vermissten hatte sich persönlich an den Leiter des Zentrums, Jim Gamble, gewendet und um seine Mithilfe gebeten.

In dem kurzen Film sind Bilder zu sehen, die simulieren, wie Madeleine McCann heute aussehen könnte. Das Mädchen war im Mai 2007 kurz vor seinem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage in Portugal verschwunden. Trotz einer massiven Öffentlichkeitskampagne der Eltern fehlt bis heute jede Spur von Maddie.

"Wenn Sie wissen, wer damit zu tun hat und das Geheimnis für sich behalten, denken Sie daran, dass es niemals zu spät ist, das Richtige zu tun", appelliert der Sprecher in dem eineinhalb Minuten langen Video an die Zuschauer. Das Ziel: Freunde, Kollegen oder Verwandte eines möglichen Entführers sollen sich dazu durchringen, ihr Wissen mit den Ermittlern zu teilen.

Das Video zeigt Madeleine unter anderem stark gebräunt und mit dunklen Haaren, ein Kunstgriff, der den Ermittlern zufolge erfolgreich rekonstruiert, wie Maddie aussehen würde, wenn sie in Nordafrika gefangen gehalten worden wäre. Demnach könnten mögliche Entführer dem Mädchen die Haare gefärbt haben, um es so aussehen zu lassen wie andere Kinder in Marokko oder Tunesien, schreibt die Boulevardzeitung "The Sun".

Die Eltern, beide 41, sollen dem Blatt zufolge schockiert gewesen sein, als sie die Computersimulationen ihrer Tochter das erste Mal gesehen haben. Sie hätten realisiert, wie viel Zeit seit Maddies Verschwinden vergangen ist. Der Sprecher der aus dem englischen Rothley stammenden McCanns, Clarence Mitchell, sagte: "Kate hat das Gefühl, dass Nordafrika sehr bedeutend für die Suche ist." Die Region gelte als Hochburg für den Kinderhandel. Zweimal war das vermisste Mädchen im Mai 2007 angeblich in Marokko gesichtet worden.

Der Film ist in sechs Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Er soll nun im Internet unter anderem auf Netzwerken wie Facebook oder Twitter verbreitet werden.

ala/dpa

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