Vermisste Studenten in Mexiko Erstes Opfer identifiziert

Gerichtsmediziner identifizieren in einem Massengrab gefundene Knochen: Alexander Mora ist einer der 43 im mexikanischen Guerrero vermissten Studenten.

REUTERS

Mexiko-Stadt - Zehn Wochen nach dem Verschwinden und der mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten im Südwesten Mexikos haben Gerichtsmediziner offenbar das erste Opfer identifiziert. Entsprechende Berichte von Angehörigen der Studenten bestätigte am Samstagabend (Ortszeit) die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft gegenüber mexikanischen Medien.

Bei dem identifizierten Opfer handelt es sich demnach um den 19 Jahre alten Alexander Mora Venancio. Den Angaben zufolge haben argentinische Forensiker die DNA des Jungen bei den sterblichen Überresten identifiziert, die auf einer Müllkippe in der Ortschaft Cocula im Bundesstaat Guerrero gefunden wurden.

Dort sind nach Aussagen von gefassten Schergen des Drogenkartells "Guerreros Unidos" ein Großteil der 43 Studenten exekutiert und anschließend verbrannt worden. Am Tatort wurden Reste von Zähnen und Knochen sichergestellt, die derzeit im Gerichtsmedizinischen Institut in Innsbruck und parallel von den argentinischen Experten analysiert werden. Die südamerikanischen Forensiker wurden auf ausdrücklichen Wunsch der Angehörigen der Studenten eingeschaltet.

Der Vater von Alexander Mora sagte, die Argentinier hätten seinen Sohn anhand von Knochen und einem Zahn identifiziert. Von den anderen 42 Verschwundenen sei aber bisher keiner identifiziert worden, fügte der Vater hinzu. Die Generalstaatsanwaltschaft hat für Sonntag 12 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz angekündigt, auf der sie mehr Details bekanntgeben will.

Die 43 Lehramtsstudenten im Alter von 18 bis 23 Jahren wurden am 26. September in der Stadt Iguala von einer Allianz aus korrupter Ortspolizei und der Mafia der "Guerreros Unidos" entführt, und wie sich nun herauszustellen scheint, vermutlich ermordet. Die Gräueltat hat international für Empörung und in Mexiko zu landesweiten Protesten gegen die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto geführt und zeigt deutlich, wie sehr Politik, Polizei und organisiertes Verbrechen in manchen Landesteilen Mexikos miteinander verbunden sind.

keh

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