Veruntreuung von Spendengeldern Anklage gegen Gründerin von "Kinder in Not" erhoben

Schwere Vorwürfe gegen die Gründerin des Vereins "Kinder in Not e.V.": Die Staatsanwaltschaft München hat wegen des Verdachts der Veruntreuung von Spendengeldern in Millionenhöhe Anklage gegen die Frau erhoben. Misstrauische Spender hatten sie angezeigt.


München - Zusammen mit ihren beiden Söhnen und zwei weiteren Beteiligten soll die Frau zwischen 2002 und 2004 mehr als fünf Millionen Euro Spendengelder zweier Vereine veruntreut und zu einem Großteil in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, wie Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Donnerstag in München sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Die Ankläger werfen den fünf Beschuldigten Hunderte Fälle von gewerbsmäßiger Untreue vor.

Offizieller Zweck des 1985 in München gegründeten Vereins "Kinder in Not" ist die Beratung und Betreuung von in Not geratenen Mädchen und Jungen. Dem Verein soll durch die Machenschaften ein Schaden von 3,3 Millionen Euro entstanden sein. Weitere 1,9 Millionen Euro Schaden sehen die Ankläger beim Verein "Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur e.V." mit Sitz in Hamburg, bei dem die Frau und andere der Angeschuldigten ebenfalls engagiert waren.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen dem Zeitungsbericht zufolge durch Anzeigen misstrauischer Spender. Die Gründerin des Vereins war bereits 2005 vorübergehend festgenommen worden und saß einige Wochen in Untersuchungshaft.

Ihr Rechtsanwalt Karl Degenhard wies die Anschuldigungen am Donnerstag zurück. "Ich halte die Vorwürfe für unbegründet", sagte er. Wie hoch der Spendenanteil sein dürfe, den ein Verein zur Deckung eigener Kosten benötigt, sei nicht eindeutig geklärt. Ein Termin für einen Prozess steht noch nicht fest.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels fand sich ein Link zur "Aktionsgruppe Kinder in Not e.V." aus Windhagen (Westerwald). Dieser Verein hat nichts mit dem im Beitrag erwähnten Verein "Kinder in Not e.V." aus München zu tun.

han/dpa



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