Mord an bulgarischer Journalistin Mutmaßlicher Mörder könnte rasch ausgeliefert werden

Der 20-jährige Severin K. soll in Bulgarien die Journalistin Viktoria Marinowa getötet haben. Zielfahnder nahmen ihn in Deutschland fest. Seine Auslieferung ist offenbar nur noch Formsache.

Getötete Journalistin Marinowa
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Getötete Journalistin Marinowa


Der mutmaßliche Mörder einer bulgarischen Journalistin könnte nach seiner Festnahme in Stade bei Hamburg rasch an die bulgarischen Behörden übergeben werden. "Der Tatverdächtige hat einem vereinfachten Auslieferungsverfahren zugestimmt", sagte der Direktor des Amtsgerichts Stade, Willi Wirth.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den 20-jährigen Bulgaren Severin K. Er habe am Mittag vor dem Haftrichter auch "Angaben zur Sache" gemacht, sagte Wirth, ohne Details zu nennen. Nach dem Termin sei K. in eine niedersächsische Justizvollzugsanstalt gebracht worden. Grundlage für das Verfahren ist ein europäischer Haftbefehl, den die bulgarischen Behörden erlassen hatten.

Der Mord an der Journalistin Viktoria Marinowa in der Stadt Russe hatte international Empörung ausgelöst - auch weil ein Zusammenhang zwischen ihrer Arbeit und der Tat denkbar schien. Die dortigen Behörden aber halten einen Zusammenhang für unwahrscheinlich. Man gehe von einem spontanen Angriff aus sexuellen Motiven aus, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Tsatsarow.

Wohnung in Stade gestürmt

Nach SPIEGEL-Informationen gaben bulgarische Behörden am Dienstagmittag der deutschen Polizei den Hinweis, K. könne sich bei engen Verwandten in Hamburg oder Stade aufhalten. Nachdem Zielfahnder des Landeskriminalamts Niedersachsen K. ausfindig gemacht hatten, stürmte um 20.35 Uhr ein Mobiles Einsatzkommando eine Wohnung in Stade. Verletzt wurde bei dem Zugriff niemand.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker begrüßte die zügigen Ermittlungen durch die bulgarischen Behörden und explizit auch die Bemühungen von Ministerpräsident Boiko Borissow. "Die rasche Reaktion und die gemeinsamen Anstrengungen zeigen die Entschlossenheit, Gerechtigkeit für solche abscheulichen Handlungen zu schaffen", sagte Juncker.

Der Tatverdacht gegen K. stützt sich laut bulgarischen Behörden auf DNA-Proben. DNA-Material des Mannes sei am Körper der Toten entdeckt worden. Auch seien persönliche Sachen der Ermordeten in der Wohnung des Verdächtigen in Russe entdeckt worden.

sms/dpa



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