Viola Beach Fahrer soll Pop-Band absichtlich auf gesperrte Brücke gefahren haben

Sie galten als Nachwuchshoffnung des Indie-Pop: Im Februar verunglückten die vier Mitglieder der Band Viola Beach mit dem Auto tödlich. Verantwortlich dafür war offenbar der Fahrer, wie die Polizei nun mitteilte.

Unfallauto in Schweden (Archiv)
AFP

Unfallauto in Schweden (Archiv)


Für den Tod aller Mitglieder der britischen Pop-Band Viola Beach ist offenbar der Fahrer verantwortlich. Er habe den Wagen vermutlich absichtlich auf eine noch gesperrte Brücke gefahren, sagten Polizeisprecher mehreren Zeitungen. Das haben demnach Auswertungen von Videos ergeben, auf denen der Hergang des Unglücks zu sehen ist.

Das Auto mit den vier britischen Musikern und einem Manager an Bord war in der Nacht zum 14. Februar in Södertälje bei Stockholm von einer Brücke in einen Kanal gestürzt. Der Unfall wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen, eine Rekonstruktion des Videos veröffentlichte das "Aftonbladet". Demnach raste der Unglückswagen mit etwa 90 Stundenkilometern auf die noch geöffnete Brücke zu, bremste leicht und raste an zwei wartenden Autos vorbei durch zwei geschlossene Schranken.

"Als hätte der Fahrer absichtlich gehandelt"

"Der Fahrer überholte auf einem gesperrten Teil der Brücke parkende Fahrzeuge", sagte Kjell Lindgren von der Stockholmer Polizei dem britischen "Telegraph". "Es ist nicht normal, trotz Stopzeichen, parkender Autos und leuchtender roter Lichter weiterzufahren."

Ähnlich äußerte sich Lars Berglund, Leiter der zuständigen Ermittlungskommission, im schwedischen Boulevardblatt "Aftonbladet": "Es sieht so aus, als hätte der Fahrer absichtlich gehandelt." So weit er das beurteilen könne, seien die meisten Insassen des Autos bereits auf der Brücke ums Leben gekommen. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, "dass er vorhatte, sich selbst oder die Band zu töten", sagte er dem britischen "Liverpool Echo".

Die Polizei hatte bereits kurz nach dem tödlichen Unglück bekannt gegeben, dass die Warnsignale an der Brücke einwandfrei funktionierten. Andere Autos hatten bereits angehalten und warteten auf die Weiterfahrt. Wie ein Lastwagenfahrer dem "Aftonbladet" sagte, schoss das Auto mit einer "wahnsinnigen Geschwindigkeit" auf die Brücke zu.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, der Fahrer habe die Band offenbar absichtlich in den Tod gefahren. Ein Polizeisprecher dementierte dies laut dem "Liverpool Echo" jedoch am Donnerstagabend.

mxw/dpa/AFP

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