Einsatz von Zollfahndern 81-Jähriger kaufte Waffen und Munition im Darknet

Zollfahnder haben bei Durchsuchungen in drei Bundesländern zahlreiche verbotene Gegenstände beschlagnahmt. Besondere Gefahr ging für die Beamten von einem 81-Jährigen aus.

Sichergestellte Waffen
DPA/ Zollfahndungsamt Frankfurt

Sichergestellte Waffen


Zollfahndern ist ein Schlag gegen illegalen Waffenhandel im Darknet gelungen. Bei drei Tatverdächtigen seien unter anderem 17 Schusswaffen, mehr als 2300 Schuss Munition, Messer, Schlagringe sowie mehr als 2700 pyrotechnische Gegenstände sichergestellt worden, teilte das Zollfahndungsamt in Frankfurt mit. Die drei Männer wurden zunächst festgenommen, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 81-Jährigen aus dem Kreis Northeim in Niedersachsen, einen 54-Jährigen aus Dortmund und einen 46-Jährigen aus dem Kreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz. Sie sollen im Darknet Waffen und Munition im Wert von insgesamt rund 25.000 Euro bestellt haben. Das Darknet ist ein Teil des Internets, in dem sich Nutzer anonym bewegen können.

Die Durchsuchungen erfolgten den Angaben zufolge bereits im Mai und Juni. "Eine besondere Gefährdungssituation ergab sich für unsere Einsatzkräfte bei dem 81-Jährigen, der einen Teil der bei ihm sichergestellten Schusswaffen schussbereit in seinem Zugriffsbereich aufbewahrte", sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main. Der Mann wollte demnach "auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, deshalb sein Waffenarsenal".

Der Sprecher nannte den Fall des vergleichsweise alten Beschuldigten außergewöhnlich für das Darknet. Ihm sei so etwas bislang noch nicht untergekommen. Normalerweise seien im Darknet eher jüngere Menschen unterwegs. Im Frankfurter Zollfahndungsamt geht eine sechsköpfige Ermittlungskommission seit April 2016 gezielt gegen den organisierten Handel und Schmuggel illegaler Schusswaffen vor.

wit/dpa



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