Waffenverkauf im Internet Polizei nimmt Betreiber von Darknet-Plattform fest

Über seine Website sollen Waffen verkauft worden sein, darunter auch jene, die beim Amoklauf in München zum Einsatz kam. Jetzt hat die Polizei den 30-jährigen Betreiber festgenommen.


Mehr als 20.000 Mitglieder verzeichnet eine Darknet-Plattform, deren Administrator nun festgenommen wurde. Über die Website sollen zahlreiche illegale Geschäfte abgewickelt worden sein - laut Bundeskriminalamt (BKA) auch der Verkauf einer Waffe, die beim Amoklauf in München eingesetzt wurde. Bei der Bluttat am 22. Juli 2016 tötete der Angreifer neun Menschen und erschoss sich später selbst. Der mutmaßliche Waffenhändler war bereits im August in Marburg festgenommen worden.

Der Administrator wurde bereits am Donnerstagabend in Karlsruhe festgenommen. Der 30-Jährige soll seit März 2013 alleiniger Betreiber der Darknet-Plattform sein. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Ermittler zahlreiche Beweismittel fest, darunter Computer, Datenträger und geringe Mengen Betäubungsmittel. Auch der Server wurde beschlagnahmt. Der Festnahme seien monatelange verdeckte Ermittlungen vorausgegangen, teilte das BKA mit.

Über die Marktplatzsektion der Plattform seien auch Falschgeld, gefälschte Personalausweise, ausgespähte Kreditkartendaten und Kundenkonten auf Internethandelsplattformen sowie gefälschte Bankkonten gehandelt worden.

Der Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe verkündete am Freitag einen bereits erlassenen Haftbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln.

ala/dpa/AFP



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