London - Seit Montagabend fehlt jede Spur von April Jones. Die walisische Polizei ist "zunehmend besorgt" um die Sicherheit des fünf Jahre alten Mädchens. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind entführt wurde. Zuletzt sei April Jones gegen 19 Uhr in der Kleinstadt Machynlleth gesehen worden, als sie mit ihrem Fahrrad und einer Freundin gespielt habe, so die örtliche Polizei. Dann sei das Kind in einen Van gestiegen, der davongefahren sei.
"Es deutet derzeit nichts darauf hin, dass es einen Kampf gab, als sie in das Fahrzeug einstieg", sagte Kriminalkommissar Reg Bevan auf einer Pressekonferenz. "Das Geschehen wurde von einem anderen Kleinkind beobachtet", sagte eine Polizeisprecherin laut der Tageszeitung "Guardian". Demnach sei die Fünfjährige in ein graues oder ähnlichfarbenes Fahrzeug von der Größe eines Vans geklettert, vermutlich ein Land Rover oder Ford.
Bevan zufolge werden Freunde des Mädchens von speziell ausgebildeten Ermittlern befragt. Dies sei jedoch eine schwierige und zeitraubende Angelegenheit. Aprils Eltern würden von der Polizei betreut, sagte Bevan. "Die Familie ist verzweifelt und die Situation sehr, sehr schwierig für sie."
"Hoffentlich bringen wir sie zurück nach Hause"
Die Fünfjährige war den Angaben zufolge mit einem violetten, knielangen Mantel, einem weißen Polo-Shirt und einer schwarzen Hose bekleidet, als sie verschwand. Noch am Montagabend wurde eine umfassende Suchaktion nach dem Mädchen gestartet. "Viele Polizisten und Spezialeinheiten haben die Nacht durchgearbeitet, an vielen Orten nach April gesucht und sind Hinweisen nachgegangen", sagte die Polizeisprecherin. Auch die Bilder von Überwachungskameras würden ausgewertet.
Die Ermittler haben in und um Machynlleth Straßensperren errichtet und befragen Autofahrer, ob ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen ist. Die Fahnder bitten zudem in einem landesweiten Aufruf um Hinweise, die zum Aufenthaltsort der Fünfjährigen führen könnten. Das Child Exploitation and Online Protection Centre (Ceop) unterstützt die örtliche Polizei in dem 2100-Einwohner-Ort bei der Suche nach dem Mädchen.
Hilfe kommt auch aus der Bevölkerung: Bis zu 500 Bewohner des Ortes und Freiwillige aus mehreren walisischen Städten unterstützten die Behörde bei der Suche. Ihnen wurden Landkarten und Fotos des Mädchens ausgehändigt. Auch am Dienstag durchstreiften wieder Hunderte Helfer die Gegend rund um Machynlleth.
"Wir brauchen mehr Leute und jede Hilfe, die wir bekommen können", sagte Anwen Morris, eine der Freiwilligen, dem Sender Sky News. Ihren Angaben zufolge hatten ortskundige Helfer in der Nacht mit Quads und Offroad-Fahrzeugen ein Gebiet mit einem Radius von mehr als 40 Kilometern durchsucht. "Wir müssen wirklich alle Bereiche, die wir nachts abgedeckt haben, noch einmal durchkämmen. Hoffentlich bringen wir sie zurück nach Hause", so John Rogers, ein weiterer freiwilliger Helfer.
wit
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