Neue Polizeierkenntnisse: Sturmgewehr von Kino-Mörder hatte Ladehemmung
Offenbar wären fast noch mehr Menschen Opfer des mutmaßlichen Kino-Mörders von Aurora geworden. Eine Ladehemmung habe das Sturmgewehr von James Holmes blockiert, berichtet die "Washington Post". Vor der Festnahme sei dieser zunächst für einen Polizisten einer Sondereinheit gehalten worden.
Washington - Sein halbautomatisches Sturmgewehr klemmte und konnte nicht nachgeladen werden. Sonst wäre die Opferzahl des Kino-Mörders wohl noch höher gewesen. Dies berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Justiz-Informanten.
Es handele sich um eine halbautomatische Waffe, die 50 bis 60 Schüsse pro Minute abfeuern könne, schreibt das Blatt. Die Ladehemmung habe Holmes daran gehindert, 100 Schüsse abzufeuern.
Der 24 Jahre alte Ex-Student Holmes wird beschuldigt, während der Mitternachtspremiere des neuen Batman-Films "The Dark Knight Rises" in der Nacht zum Freitag ins Kinopublikum geschossen zu haben. Zwölf Menschen starben, 58 wurden verletzt.
Der Todesschütze benutzte bei seinem Angriff am Freitag drei Waffen: Ein Remington-Jagdgewehr, ein Smith & Wesson-Sturmgewehr und eine Glock .40-Pistole. Nach Polizeierkenntnissen schoss er zunächst mit dem Jagdgewehr und benutzte dann sein Sturmgewehr, das aber bald blockierte. Danach griff er zur Pistole.
Der Polizeichef von Aurora, Dan Oates, wollte diese Darstellung weder bestätigen noch dementieren. Er erklärte jedoch im Fernsehsender CBS, vor seiner Festnahme sei Holmes möglicherweise für ein Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei gehalten worden. Er trug angeblich einen Helm, einen Halsschutz, eine schusssichere Weste, einen Beinschutz und Handschuhe und war ganz in Schwarz gekleidet. Schließlich sei einem Polizisten aufgefallen, dass ein Teil der Ausrüstung - Oates erläuterte nicht, welches - nach Polizeivorschriften irregulär gewesen sei. Der Polizist sprach Holmes darauf an, und nach einem Wortwechsel ließ dieser sich ohne Widerstand verhaften.
Das steht teilweise im Widerspruch zur ursprünglichen Darstellung, Holmes habe sich ohne weiteres bei seinem hinter dem Kino geparkten Auto der Polizei ergeben, und legt die Vermutung nahe, er hätte seiner Festnahme beinahe entgehen können.
Unterdessen ist US-Präsident Barack Obama in Colorado eingetroffen, um dort mit Familienangehörigen von Opfern des Amoklaufs zusammenzukommen. Obama und sein designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney hatten den Wahlkampf am Wochenende ausgesetzt.
cai/lei/dpa/Reuters
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