Belästigungsaffäre beim Weißen Ring Frauennotruf soll Strafanzeige verhindert haben

Immer mehr Frauen erheben Belästigungsvorwürfe gegen den ehemaligen Chef des Weißen Rings in Lübeck. Nach SPIEGEL-Informationen liegen inzwischen elf Anzeigen vor. Eines der Opfer belastet auch den Frauennotruf.

Holstentor in Lübeck
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Holstentor in Lübeck

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Der Skandal um den Ex-Chef des Opferhilfevereins Weißer Ring in Lübeck weitet sich aus. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, lagen bis zum Donnerstag dieser Woche elf Strafanzeigen gegen den früheren Außenstellenleiter Detlef Hardt vor.

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Heft 13/2018
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Mindestens 13 Frauen belasten den Mann, weil er sie sexuell belästigt haben soll. Dazu gehört auch eine Frau mit einem Verdachtsfall aus dem Jahr 2011. Er soll so gravierend gewesen sein, dass er spätestens 2012 - vor dem Hintergrund weiterer Hinweise - zur Ablösung von Hardt hätte führen können. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Frau hatte sich seinerzeit hilfesuchend an den Weißen Ring gewandt. Sie berichtet, dass ihr Hardt bei einer Autofahrt die Hand innen auf den Oberschenkel gelegt und dabei zugedrückt habe. Noch nachts um 23 Uhr habe er sie mit einem Anruf behelligt, ob er bei ihr vorbeikommen könne. Einen ähnlichen Fall schildert das zweite Opfer: Im Jahr 2014 soll Hardt auch ihr im Auto die Hand auf den Oberschenkel gelegt haben.

Der erste Fall soll schon 2011 der Beratungsstelle Frauennotruf Lübeck gemeldet worden sein. Der Verein, so das mutmaßliche Opfer in einer eidesstattlichen Versicherung, habe sie aber davon abgebracht, Strafanzeige gegen Hardt zu stellen. Der Frauennotruf bestreitet auf Anfrage, Frauen beeinflusst zu haben. Hardts Anwalt wollte zu dem Fall von 2011 nichts sagen, weist aber generell alle Vorwürfe zurück.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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