Belästigungsvorwürfe Weißer Ring will Anwaltskosten für Opfer zahlen

Beim Weißen Ring in Lübeck sollen hilfesuchende Frauen sexuell bedrängt worden sein. Der Opferhilfeverein hat Anzeige erstattet - und will den Betroffenen nun rechtlich helfen.

Logo des Weißen Rings
picture alliance/ dpa

Logo des Weißen Rings


Im Fall der mutmaßlichen sexuellen Belästigungen durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter in Lübeck will der Weiße Ring den betroffenen Frauen einen Anwalt bezahlen. Das sagte die Bundeschefin der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, Roswitha Müller-Piepenkötter, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der Weiße Ring wolle "umfassend helfen", sagte Müller-Piepenkötter, auch in möglichen Schadensersatzprozessen. Der SPIEGEL hatte den Fall öffentlich gemacht und bereits Anfang der Woche beim Weißen Ring angefragt, ob es entsprechende Hilfe geben werde. Die Organisation bestätigte am Donnerstagabend, dass man die Kosten übernehmen wolle.

Bislang zwölf mutmaßliche Opfer

"Es war ein Vertreter des Weißen Rings in Lübeck, der hilfesuchende Frauen in Beratungsgesprächen sexuell belästigt haben soll", sagte Müller-Piepenkötter nun - "deshalb wollen wir umfassend helfen". Einen vergleichbaren Fall habe es seit der Gründung der Organisation im Jahr 1976 noch nicht gegeben. (Die Hintergründe des Falls erfahren sie hier).

Bisher haben sich nach Angaben des Weißen Rings zwölf mutmaßliche Opfer gemeldet. Die Vorwürfe bezögen sich vor allem auf das Jahr 2016. Am Wochenende war die Spitze des Landesverbandes zurückgetreten.

Grund dafür sind die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings, Detlef Hardt. Der 73-Jährige steht nach SPIEGEL-Informationen unter Verdacht, zwei Frauen sexuell belästigt und genötigt zu haben, die sich dem Opferhilfeverein anvertraut hatten. Der Mann weist die Vorwürfe zurück.

mxw/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.