Einbetonierte Leichenteile: Lebenslang für Wiener Eisdielenbesitzerin

Sie tötete ihren Ex-Mann und ihren Freund, betonierte die Leichenteile ein: Wegen zweifachen Mordes ist eine Wiener Eisdielenbesitzerin zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie soll ihre Strafe in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verbüßen.

Wien - Die Wiener Eisdielen-Besitzerin Estibaliz C. muss wegen zweifachen Mordes lebenslang in Haft. Das Straflandesgericht in der österreichischen Hauptstadt sah es als erwiesen an, dass die 34-Jährige ihren deutschen Ex-Mann und ihren Freund erschoss, die Leichen zerstückelte und in ihrem Keller einbetonierte. Das berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

Zwar hält das Gericht die Frau für zurechnungsfähig. Dennoch soll sie ihre Strafe in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verbüßen - vergleichbar mit der Psychiatrie im deutschen Maßregelvollzug. Damit folgten die Geschworenen der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung will Berufung einlegen. Sie hatte zuvor gefordert, die geständige Frau entweder als nicht zurechnungsfähig einzustufen oder nur eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe zu verhängen. Sie habe eine Persönlichkeitsstörung und ihre Morde seien auch nicht wie von der Staatsanwaltschaft beschrieben grauenhaft: "Es waren Schussmorde, bei denen die Opfer sofort tot sind", sagte Verteidiger Rudolf Mayer in seinem Schlussplädoyer.

Während ihre Anwälte versuchten, die Frau als verstörte, reumütige Frau mit schrecklicher Kindheit darzustellen, zeichnete Staatsanwältin Petra Freh ein anderes Bild: eine hochintelligente Lügnerin, die Menschen perfekt manipulieren könne. Sie sei "brandgefährlich" und bereit, für ihren Vorteil alles zu tun.

Die psychiatrische Gutachterin hatte der Angeklagten zuvor Zurechnungsfähigkeit und starke Rückfallgefahr bescheinigt. Die Frau leide an einer höhergradigen seelisch-geistigen Abartigkeit und würde vermutlich wieder morden, sagte die Sachverständige Adelheid Kastner: "Der Lerneffekt der ersten Tötungshandlung war eine bessere Effizienz bei der zweiten und nicht ein Verhindern der zweiten."

Während der Urteilsverkündung schaute C. regungslos zu Boden. Zuvor hatte sie in ihrem Schlusswort gesagt: "Ich kann nicht mehr sagen als dass es mir leidtut, dass ich Holger und Manfred das Leben genommen habe." Sie hatte in ihrer Untersuchungshaft ihren neuen Lebensgefährten geheiratet und einen gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht. Das Kind lebt bei ihren Eltern in Spanien. Ihre Taten hatte C. im Prozess gestanden.

2008 hatte sie ihren deutschen Ex-Mann erschossen. Er habe nicht ausziehen wollen, begründetet sie ihre Tat vor Gericht. Sie zersägte die Leiche und betonierte sie in ihrem Keller ein. Zwei Jahre später brachte sie ihren damaligen Lebensgefährten auf ähnliche Weise um: Er soll ihr untreu gewesen sein, sie erschoss ihn nach eigenen Angaben schlafend im Bett. Vor der Tat hatte sie sich bereits eine neue Kettensäge und Beton besorgt, um die Leiche verschwinden zu lassen.

Die Taten flogen auf, weil Bauarbeiter im vergangenen Jahr zufällig Leichenteile im Keller des Eissalons fanden. Die Frau flüchtete nach Italien, wurde aber schnell von der Polizei gefasst. Seit Juni 2011 saß sie in Wien in Untersuchungshaft.

hut/dpa

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