Mord an Susanna F. Ali B. soll weiteres Mädchen vergewaltigt haben

Der mutmaßliche Sexualmörder von Susanna F. soll auch eine Elfjährige vergewaltigt haben. In einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden verging er sich laut Ermittlern an dem Mädchen.

Ali B. wird abgeführt
DPA

Ali B. wird abgeführt


Die Ermittler werfen Ali B. die brutale Vergewaltigung und den Mord an Susanna F. am 22. Mai in Wiesbaden vor. Nun hat die Staatsanwaltschaft dem 21-Jährigen die Vergewaltigung eines weiteren Kindes zur Last gelegt.

Es habe sich der Verdacht erhärtet, dass sich B. im März an einer Elfjährigen in einer Flüchtlingsunterkunft im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim verging, teilte die Wiesbadener Staatsanwaltschaft mit. Gemeinsam mit einem anderen Tatverdächtigen habe er zudem im Mai das Mädchen erneut vergewaltigt.

Der weitere Tatverdächtige war im Mordfall Susanna F. bisher als Zeuge betrachtet worden - und ist nun selbst in den Fokus der Ermittler gerückt. Er war es, der nach dem Mord an Susanna Ali B. bei der Polizei gemeldet hatte.

Weiterer Tatverdächtiger: Ist er 13 oder 14 Jahre alt?

Es handelt sich um einen afghanischen Jugendlichen, den die Ermittler zunächst als 13 Jahre alt führten. Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen die Strafverfolger jedoch davon aus, dass er 14 Jahre alt - und damit strafmündig ist. Sie berufen sich dabei auf ein in den Ermittlungsakten angegebenes Geburtsdatum auf einem nicht näher genannten Dokument. Der Jugendliche sitzt nun in Untersuchungshaft, auch er soll die Elfjährige insgesamt zwei Mal vergewaltigt haben.

Vor einem Monat hatte der Wiesbadener Polizeipräsident Stefan Müller den Teenager noch gelobt. Der Flüchtling habe "wesentlich zur Aufklärung" des Falls Susanna F. beigetragen, sagte er. "Auch das muss an dieser Stelle gesagt werden."

Der aus dem Irak stammende Ali B. wiederum hat gestanden, Susanna F. getötet zu haben, ein Sexualverbrechen stritt er jedoch ab. Nun will die Staatsanwaltschaft Wiesbaden auch wegen zwei Fällen von Vergewaltigung Haftbefehl gegen Ali B. beantragen.

Als Susanna F.s Leiche gefunden wurde, hatte sich Ali B. mit seiner Familie bereits in den Nordirak abgesetzt. Dort wurde er nur wenige Tage später von kurdischen Regionalbehörden der Bundespolizei übergeben. Sie brachte B., dessen Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden war, zurück in die Bundesrepublik. Der Einsatz sorgte auch für Kritik.

apr/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.