Wiesloch Mitarbeiter der Polizei soll an rassistischem Angriff beteiligt gewesen sein

Einem Polizeimitarbeiter in Baden-Württemberg droht die Entlassung. Der 30-Jährige soll mit weiteren Männern mehrere Personen türkischer Herkunft attackiert haben.


Nach einem Angriff auf vorwiegend türkische Gäste eines Eiscafés im baden-württembergischen Wiesloch wird gegen sechs Männer ermittelt. Unter ihnen ist nach Angaben des Innenministeriums auch ein Mitarbeiter der Polizei.

Der 30-Jährige sei freigestellt und von allen Aufgaben entbunden worden. Sollten sich die Anschuldigungen erhärten, müsse er mit der Entlassung aus seinem Angestelltenverhältnis rechnen, hieß es.

Die sechs Männer im Alter von 23 bis 36 Jahren sollen am 8. September bei einem Junggesellenabschied rassistische Parolen skandiert und politisch motivierte Schmähgesänge von sich gegeben haben. Danach sollen sie die vor einem Eiscafé sitzenden Familien unter anderem mit Stühlen angegriffen haben. Fünf Menschen wurden leicht bis mittelschwer verletzt.

Den Verdächtigen werde Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung vorgeworfen, teilten die Mannheimer Polizei und Staatsanwaltschaft Heidelberg mit.

Mehrere Funkstreifen hatten die zum Teil stark alkoholisierten Männer in der Nähe des Tatorts vorläufig festgenommen. Gegen zwei mutmaßliche Rädelsführer im Alter von 23 und 36 Jahren wurden Haftbefehle erlassen, die jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden.

bbr/dpa



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