Nach Attacke auf Syrer Tatverdächtiger in Wismar festgenommen

Drei Männer haben in Wismar einen 20-Jährigen ausländerfeindlich beschimpft und schwer verletzt. Einer der Tatverdächtigen wurde nun vorläufig festgenommen. Er bestreitet den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.


Im Fall des in Wismar verprügelten Syrers hat die Polizei einen Tatverdächtigen vorläufig festgenommen. Es handelt sich um einen 26-jährigen Deutschen. Ein Haftantrag wurde zunächst noch geprüft, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Demnach bestreitet der Tatverdächtige den Vorwurf.

Nach Angaben des NDR handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen polizeibekannten Mann aus Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Die Polizei ermittele wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Am Freitag solle über einen Haftantrag der Staatsanwaltschaft Schwerin entschieden werden.

Der Angriff auf den 20-Jährigen hatte sich am Mittwochabend ereignet. Drei Männer hatten ihn laut Polizeiangaben ausländerfeindlich beschimpft und unter anderem mit einer Eisenkette angegriffen. Noch als der Syrer am Boden lag, haben die Männer demnach auf ihn eingetreten. Anschließend seien die Tatverdächtigen geflohen.

Der 20-Jährige erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen, konnte aber nach ambulanter Behandlung die Klinik wieder verlassen. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen.

"Brutaler und feiger Angriff"

Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) erklärte nach der Tat, die Polizei werde "alles daran setzen, alle Täter zu ermitteln". Dazu werde eine Sonderkommission eingerichtet. "Sollte sich tatsächlich ein rechtsextremistischer Hintergrund dieser feigen Tat bestätigen, macht mich das umso fassungsloser", sagte Caffier. Es bestärke ihn aber, weiter "konsequent gegen die geistigen Brandstifter vorzugehen und diejenigen beim Namen zu nennen, die aus solchen Taten auch noch politisches Kapital schlagen wollen."

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sagte, sie sei "entsetzt über den brutalen und feigen Angriff". "Wir dürfen nicht zulassen, dass eine fremdenfeindliche Stimmung um sich greift, die Wegbereiterin solcher Taten ist."

Ermittlungen in Thüringen

Im thüringischen Sondershausen ermittelt die Polizei, nachdem ein 33-jähriger Mann aus Eritrea angegriffen und ausländerfeindlich beschimpft wurde. Es sei zunächst nur klar, dass es am Mittwochabend eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalität gegeben habe, hieß es von der Polizei. Darunter seien auch Deutsche gewesen.

Das Opfer soll wegen Körperverletzung bereits polizeibekannt gewesen sein und Zeugenberichten zufolge selbst provoziert haben, hieß es von der Polizei.

lie/aar/dpa/AFP

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