Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Nach Angriff auf Polizisten: Hilferuf aus Rios Armenvierteln

Polizist in einem Armutsviertel westliche von Rio: Ruf nach Hilfe Zur Großansicht
DPA

Polizist in einem Armutsviertel westliche von Rio: Ruf nach Hilfe

In rund drei Monaten beginnt in Rio die WM, doch die Probleme in den Armenvierteln werden immer größer. Die Gewalt gegen Polizisten nimmt dramatisch zu. Nun hat sich Gouverneur Cabral sogar mit einem Hilferuf an die Regierung gewandt.

Rio de Janeiro - Es sind weniger als 100 Tage bis zum Beginn der Fußball-WM in Rio de Janeiro. Doch Rio scheint momentan noch weit davon entfernt, seine Probleme in den Armenvierteln unter Kontrolle zu bekommen. Nach einer Serie von Angriffen auf die Polizei in den Favelas hat sich Gouverneur Sérgio Cabral an Staatspräsidentin Dilma Rousseff mit einem verzweifelten Hilferuf gewandt: Die Regierung möge Unterstützung schicken.

Lange hatte Rio das Image als Verbrechenshochburg. Mit den nahenden Großereignissen, der WM und den Olympischen Spielen 2016, wollte man aufräumen mit dem Klischee. 38 sogenannte Befriedungseinheiten wurden gebildet. Sie sollten die herrschenden Drogenbanden aus den Slums vertreiben. Doch offenbar reicht das nicht für die rund 1071 Favelas, die es rund um Rio gibt.

Fotostrecke

7  Bilder
Slum in Rio: Idylle in der Seilbahn, Ungeziefer im Trinkwasser
In den vergangenen Wochen haben Angriffe auf die Polizei zugenommen, drei gab es allein am Donnerstag. "Es ist klar, dass Verbrecher die Gebiete zurückerobern wollen, die jahrzehntelang in ihrer Hand waren", sagte Gouverneur Cabral. Zuletzt waren drei Polizisten in der Nähe der Manguinhos-Favelas von mutmaßlichen Drogengang-Mitgliedern angegriffen und verletzt worden. Die Angreifer zündeten außerdem die improvisierte Polizeizentrale an.

Auch José Beltrame, Sicherheitsbeauftragter der Stadt und Kopf hinter dem Befriedungsprogramm, geht davon aus, dass hinter den jetzigen Angriffen inhaftierte Drogenbosse stecken. Sie wollten verhindern, dass die Friedensbringer vorankämen, so Beltrame. Zumindest bekommen seine Einheiten nun weitere Verstärkung: Nach einem Treffen mit Staatspräsidenten Rousseff kündigte Gouverneur Cabral am Freitagabend an, die Zentralregierung werde zusätzliche Sicherheitskräfte nach Rio schicken.

Die Bewohner der Favelas allerdings sind nicht wirklich zufrieden mit den neuen Zuständen. Auch wenn die Befriedungsbrigade sagt, dass die Zahl der Schießerein zurückgegangen sei - sie werfen den Fremden im Viertel falsches Vorgehen vor. Das Leben unter der Rigide der Drogenbosse habe besser funktioniert, finden viele. Menschenrechtsorganisationen kritisieren zudem brutale Methoden der Polizeikräfte. Außerdem würde das Verbrechen durch die Aktionen nicht gestoppt, sondern lediglich verdrängt.

gam/sid/AP/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Zuhören
sinnfindung 21.03.2014
Zitat von sysopDPAIn rund drei Monaten beginnt in Rio die WM, doch die Probleme in den Armenvierteln werden immer größer. Die Gewalt gegen Polizisten nimmt dramatisch zu. Nun hat sich Gouverneur Cabral sogar mit einem Hilferuf an die Regierung gewandt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/wm-2014-in-brasilien-rio-bittet-nach-attacken-auf-polizei-um-hilfe-a-960116.html
kann man schon. Die Verhältnisse bekommen wir auch noch in Deutschland, wenn die Masseneinwanderung aus Afrika nicht gestoppt werden kann. Die Menschen die da kommen haben mit den hiesigen staatlichen Autoritäten schon heute wenig Respekt.
2. Die WM geht immer dort hin ,
stefan_sts 21.03.2014
wo es für die Exekutive der Fifa schöne Umschläge gibt , da spielt dieses leidige Thema Gewalt überhaupt keine Rolle , auch Russland und Katar sind doch gute Vertreter der Linie und wer weiß , vielleicht wird Kasachstan und Nord Korea auch noch mit der Veranstaltung beglückt .
3. @ sinnfindung
dt2724194 21.03.2014
hoioioi, kann das irgendwie sein, dass du da gar nichts kapiert hast? masseneinwanderung aus afrika gabs in barsilien schon vor langer zeit, nicht so freiwillig halt. wenn dui jetzt versucht alle dunkelhäutigen über den rassistekamm zu scheren, dann mach das, aber bitte nicht öffentlich. da muss ich mich als aufrechter deutscher für schämen.
4. Verzeihung...
einfachisnich 21.03.2014
Zitat von sinnfindungkann man schon. Die Verhältnisse bekommen wir auch noch in Deutschland, wenn die Masseneinwanderung aus Afrika nicht gestoppt werden kann. Die Menschen die da kommen haben mit den hiesigen staatlichen Autoritäten schon heute wenig Respekt.
...aber denken Sie diesn Unfug wirklich?! In den Favelas herrscht seit Jahrzehneten, wenn nicht seit immer höchste Armut (Facela = Armwenviertel). Wenn vor der eigenen Nase sich Touristen mit IPhones und Markenklamotten den, für hiesige Verhältnisse wohlverdienten Urlaub vor den Nasen derer gönnen, sollte es zumindest nachvollziehbar sein, warum man Verbrechen dort konjunktur hat. Was die hingegen mit Ihren Einlassungen oder besser Hirngespinsten in diesn unseren weitestgehend sicherne Gestaden zu tun hat, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Wenn jemand hilfesuchend hier ankommt, sollte er auch als solcher empfangen und bis zu einer andern Tat als solcher behandelt werden. Wieviele "Geburtsdeutsche" klauen, rauben, verletzen oder Schlimmeres ebenso? Leben Sie erstmal Respekt und Moral vor, dann können Sie evtl. auch darauf hoffen! Und seien Sie froh nicht in den Favelas boren worden zu sein!!!!
5. Keine Zukunft und Drogen ohne Ende...
b.nitsche 21.03.2014
Als ich vor Jahren in Rio war, viel mir auf das es egal war welche Hautfarbe man hatte. Ich habe noch nie ein Land gesehen wo die Abstammung so egal war! Das Problem war das die Menschen in den Favelas einfach zu viel Zeit hatten und extrem billig Drogen waren . 1 KG Kokain kostete weniger als 400 USD. So war zu beobachten das die Menschen (Familien waren es eher nicht) viele Kinder ohne Zukunft hatten. Es war klar das die nicht zu Schule gingen (alle hingen morgen auf der Straße rum). Die Eltern betäubten sich ständig, die Kinder und Jugendliche (und es waren sehr, sehr viele) machen was sie wollten. Hatten Waffen und Drogen. Für diese Menschen ein Sozial-System einzuführen einfach unbezahlbar. Es sind zu viele in Brasilien. Für Europäer war diese Szene einfach unvorstellbar. Und eigentlich sah es gar nicht sooo schlimm aus, das Wetter war immer gut. Aber Zukunft hatte von den Menschen niemand. Wir müssen aufpassen das das gleiche nicht hier in Europa passiert!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 8.514.877 km²

Bevölkerung: 202,769 Mio.

Hauptstadt: Brasília

Staats- und Regierungschefin: Dilma Rousseff (suspendiert Mai 2016); Michel Temer (amtierend)

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Brasilien-Reiseseite


Fotostrecke
Brasilien: Ausschreitungen bei Protesten

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: