Kriminalstatistik Zahl der Wohnungseinbrüche auf höchstem Stand seit 16 Jahren

Im achten Jahr hintereinander ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen - 2014 wurden mehr als 152.000 Fälle bekannt. Aus der Politik kommen Forderungen nach härteren Strafen für Einbrecher.

Einbrecher am Werk: Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren
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Einbrecher am Werk: Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren


Seit Jahren gibt es bei Wohnungseinbrüchen in Deutschland einen Aufwärtstrend, der Ermittlern und Politikern Sorgen bereitet. Nun hat eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur ergeben, dass die Zahl der Einbrüche auf den höchsten Wert seit 16 Jahren gestiegen ist. Demnach wurden im vergangenen Jahr mehr als 152.000 Fälle erfasst. Im Vergleich zu 2013 entspricht das einem Anstieg von fast zwei Prozent.

Der Auswertung zufolge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche zum achten Mal in Folge nach oben gegangen. Allerdings hat sich der Anstieg abgeschwächt. Vor einem Jahr hatte das Plus noch bei fast vier Prozent gelegen.

Rheinland-Pfalz hat am Montag als letztes Bundesland seine Kriminalstatistik für 2014 bekannt gegeben. Damit lassen sich nun bundesweite Tendenzen ableiten. Die offiziellen Kriminalitätszahlen für ganz Deutschland werden erst später präsentiert.

Höheres Strafmaß für Einbrecher gefordert

Angesicht der Entwicklung will die Union im Bundestag mit dem Koalitionspartner SPD ein härteres Vorgehen gegen Einbrecher vereinbaren. Fraktionschef Volker Kauder (CDU) schlug am Wochenende eine deutliche Verschärfung des Strafmaßes vor.

Wohnungseinbruch solle generell mit der geltenden Haftstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren geahndet werden - die bisherige Ausnahmeregelung für minderschwere Fällen mit einem Strafmaß von drei Monaten bis fünf Jahren soll entfallen. Einbruchsdiebstahl müsse zudem "in den Katalog der Straftaten aufgenommen werden, zu deren Verfolgung die Telekommunikation überwacht werden kann", sagte Kauder der "Welt am Sonntag".

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will den Kampf gegen Banden verstärken. Erst kürzlich sagte er in der "Bild"-Zeitung, dass Sicherungsmaßnahmen steuerlich absetzbar sein sollten.

kis/dpa

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