Erlegter Wolf: Schütze stellt sich der Polizei

Im Fall des toten Wolfes im Westerwald gibt es ein Geständnis: Ein 71-Jähriger Jäger gab bei der Polizei an, das Tier erschossen zu haben. Der Mann habe das Tier für einen wildernden Hund gehalten.

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DPA/ Polizei

Toter Wolf im Westerwald: 5000 Euro Belohnung für Hinweise

Montabaur - Es kommt Bewegung in den Fall: Ein 71-Jähriger Jäger hat gestanden, einen Wolf in Rheinland-Pfalz erschossen zu haben. Der Schütze habe sich bei der Kriminalinspektion Montabaur gemeldet und zugegeben, die Schüsse abgegeben zu haben, teilte die Polizei mit.

Der Mann aus Nordrhein-Westfalen ist der Pächter des Waldstücks, in dem der Kadaver am Samstag von einem Spaziergänger gefunden worden war. Ein Funktionär des Jägerverbandes sagte, der Schütze habe den Wolf für einen wildernden Hund gehalten. "Dass er einen Wolf erschossen hat, tut ihm unendlich leid."

Bei dem Wolf könnte es sich um das Tier handeln, das Ende Februar im Westerwald entdeckt und fotografiert worden war. Es war die erste mit Bildern belegte Sichtung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz seit 123 Jahren.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Koblenz gestellt. "Die Tötung des Wolfes ist eine hinterhältige Tat", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Wölfe seien eine streng geschützte Tierart. Deshalb drohe dem Täter eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

jbr/dpa/dapd

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